Maria Lassnig im Kunstmuseum Basel

09.05.2018

12.05.2018 bis 26.08.2018  Kunstmuseum Basel

Das Kunstmuseum Basel zeigt unter dem Titel «Zwiegespräche» rund 90 Zeichnungen und Aquarelle der vor vier Jahren verstorbenen Künstlerin Maria Lassnig. In der als Retrospektive angelegten Ausstellung sind neben Schlüsselwerken auch nie gezeigte Blätter zu sehen. Es sind tiefgreifende Empfindungen, die im Zentrum des Schaffens der österreicherischen Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) stehen.


Das Sichtbarmachen von körperlichen Emotionen und das Nachspüren der Körperwahrnehmung bilden den Mittelpunkt ihrer Body-Awareness-Arbeiten. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos erkundete die Künstlerin ihre Selbstempfindung auf Papier. Nicht was sie sah, sondern wie sie spürte, wurde zum Bild.

Parallel zu ihrer introspektiven Körperwahrnehmung blieb Lassnig im Aussen verankert. Ihre Porträts basieren auf gründlichem Studium der Realität. Dennoch gehen die sensiblen Beobachtungen von Tieren und Menschen weit über die Wiedergabe des rein Sichtbaren hinaus und enthalten das Wesentliche der jeweiligen Charaktere und spüren dem Einzigartigen im Gegenüber nach.

Diese Zwiesprache mit innen und aussen, mit Gefühlswelten und Realitäten, entwickelte Lassnig besonders anschaulich auf dem Papier. Die Zeichnung wird als intimes Medium zum Experimentierfeld spontan gesetzter Linien und Farbfelder. Sie eröffnet neue Perspektiven und erschliesst sich neue Themen. Trotz aller Intimität des Zeichnerischen tendiert die Künstlerin dazu, Werke auf Papier in monumentalen und bildmässigen Kompositionen anzulegen. Längst ist die Idee der Skizze und des ersten Entwurfs bei Lassnig gesprengt und in eine autonome künstlerische Aussage auf Papier verwandelt. Schliesslich geht auch ihre Malerei in der Intensität der Zeichnung, der Energie der einzelnen Linie wie auch der Strahlkraft der Aquarelle sicht- und spürbar weiter.

Lassnig zählt mit Louise Bourgeois, Joan Mitchell und Eva Hesse zu den wichtigsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bereits früh machte sie ihren eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst, lange bevor Körperbewusstsein und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde wurden.

Vier Jahre nach ihrem Tod würdigt das Kunstmuseum Basel die Künstlerin mit einer Retrospektive der Werke auf Papier und führt rund 90 der eindrücklichsten Zeichnungen und Aquarelle von Lassnig aus dem Besitz der Maria Lassnig Stiftung und der Albertina Wien zusammen. Bislang völlig unbekannte Blätter erweisen sich in der Schau als Schlüsselwerke. Gemeinsam mit Vertrautem werfen sie neues Licht auf ihr Konzept der Body-Awareness und erschliessen neue Einblicke in das vielseitige und wegweisende Werk der Österreicherin.

Die Ausstellung im Kunstmuseum Basel entstand in Kooperation mit der Albertina in Wien. Parallel zeigt das Kunstmuseum St. Gallen mit «Be-Ziehungen» (5. Mai bis 23. September 2018) eine Ausstellung, die einen konzentrierten Einblick in die Entwicklung des malerischen Schaffens von Maria Lassnig mit Beispielen aus allen Entwicklungsphasen umfasst.


Maria Lassnig. Zwiegespräche
12. Mai bis 26. August 2018
Vernissage: Fr, 11. Mai, 18.30 Uhr

Kunstmuseum Basel
St. Alban-Graben 16
CH-4010 Basel
T: 0041 (0)61 20662-62
F: 0041 (0)61 20662-52
W: http://www.kunstmuseumbasel.ch


Öffnungszeiten

Di bis So 10 - 17 Uhr

 


  • Double autoportrait sans pitié, 1999. Bleistift, Acryl, 42.9 x 60.9 cm; © Maria Lassnig Stiftung
  • Der Triplzeichner, 1970. Bleistift, Acryl, 101.5 x 66.4 cm; © Maria Lassnig Stiftung
  • Phallusselbstportrait, 1958. Kreide, 44 x 60 cm; © Maria Lassnig Stiftung
  • Ohne Titel (Schreiende), 1981. Bleistift, Aquarell, 62,7 x 43,8 cm; © Maria Lassnig Stiftung

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