"Dip in the Past" zeigt die wiederkehrende Beschäftigung der Malerei mit ihrer eigenen Historie. Mit dem Sammlungskern des Blauen Reiter – dessen Kunst und dessen theoretischen Überlegungen – hat die Sammlung des Lenbachhauses einen inhaltlichen Ausgangspunkt, der alle weiteren Entwicklungen moderner Malerei und deren Diskurse im Blick behält.

Seit der frühen Nachkriegszeit über die 1960er bis 1980er Jahre bis in die jüngere Vergangenheit hat die Malerei verschiedene Entwicklungen und Ausprägungen durchlebt, die in unseren Beständen ausschnitthaft und exemplarisch abgebildet sind. "Dip in the Past" beschäftigt sich daher mit den verschiedenen Erweiterungsformen von Malerei in der Nachkriegsgeschichte. In der Ausstellung stehen Künstler:innen verschiedener Generationen und unterschiedlicher kultureller Traditionen miteinander im Dialog. Es ergeben sich inhaltliche Rückbezüge und Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart der Malerei.

Den klassischen Positionen der Farbfeldmalerei von Marcia Hafif und Rolf Rose steht der Maria-Lassnig-Preisträger Atta Kwami gegenüber, der in seine Farbimprovisationen die Rhythmen westafrikanischer Gewebemuster aufnimmt. Konzeptuelle Positionen sind vertreten durch Max Cole mit ihrem konzentrierten Minimalismus, der ebenfalls an Textilstruktur erinnert, sowie Matti Braun und Shannon Bool – beide setzten Seide als Bildträger ein und erweitern die Malerei dadurch ebenfalls um eine textile Komponente. Die Referenzen und Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein. Mit Mojé Assefjah und Daniel Knorr werden zwei Künstler:innen gezeigt, die in den 1990er Jahren aus der Münchner Akademie der Bildenden Künste hervorgegangen sind.

Gezeigt wird Daniel Knorrs konzeptuelles plastisches Werk mit seinem funktionalen Einsatz von Farbe. Seine Arbeit "Dip in the Past" hat der Ausstellung den Titel verliehen. Mojé Assefjahs Gemälde vertreten eine farbintensive dynamisch-bewegte Malerei. Pinselduktus und Farbeinsatz weisen Referenzen und Zitate der Malereigeschichte auf und interpretieren diese. Ihr steht die US-amerikanische Malerin Loie Hollowell zur Seite mit ähnlicher Farbpalette, jedoch geometrisch-festgefügter Form, die die Tiefen der Fantasie anregt, indem sie auf Körperlich-Organisches anspielt.

"Dip in the Past" ist als Ausstellung dem Zusammenspiel der beiden Sammlungen von Lenbachhaus und KiCo Stiftung gewidmet. Die KiCo Stiftung wurde von Doris Keller-Riemer und Hans-Gerd Riemer aus Bonn ins Leben gerufen und ist seit Mitte der 1990er Jahre am Kunstmuseum Bonn und im Lenbachhaus München beheimatet. Der Schwerpunkt der Sammlung lag in ihren Anfängen auf monochromer Farbmalerei, hat sich jedoch im Lauf zweier Jahrzehnte auf ein breites Spektrum von Gegenwartskunst ausgedehnt. In enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen dem Sammlerpaar und den beiden Museen wird die Sammlung kontinuierlich erweitert und ermöglicht so die sinnvolle Ergänzung auch der Museumsbestände. Die Sammlung KiCo unterstützt das Lenbachhaus ganz maßgeblich dabei, seine eigene Sammlungspolitik in den kommenden Jahren fortzusetzen.

Mit Werken von: Mojé Assefjah, Shannon Bool, Matti Braun, Max Cole, Marcia Hafif, Loie Hollowell, Daniel Knorr, Atta Kwami, Rolf Rose Kuratiert von Eva Huttenlauch und Matthias Mühling

Dip in the past
Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung
Bis 15. Mai 2022

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München
Luisenstraße 33
D - 80333 München

W: http://www.lenbachhaus.de/

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Mojé Assefjah, Viva la pittura, 1999 © Mojé Assefjah
Mojé Assefjah, Viva la pittura, 1999 © Mojé Assefjah
Marcia Hafif Seeigel, 1990, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo © Courtesy of Marcia Hafif Trust
Marcia Hafif Seeigel, 1990, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Sammlung KiCo © Courtesy of Marcia Hafif Trust
Atta Kwami Mass Rallentando, 2008 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © the estate of the artist
Atta Kwami Mass Rallentando, 2008 Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München © the estate of the artist