26. Januar 2022 - 9:50 / Ausstellung / Geschichte 
29. Januar 2022 28. April 2022

Die Ausstellung im Kunsthaus Zug geht den vielgestaltigen und nachhaltigen Einflüssen Japans und der japanischen Kultur in der westlichen Kunst ab der Moderne nach und zeigt mit gut 145 Werken von 52 Künstlerinnen und Künstlern auf, dass die Japan-Faszination kein zeitlich oder lokal begrenztes Phänomen gewesen ist.

Arbeiten von Toulouse-Lautrec, Stoffe der Wiener Werkstätte, eine Kette von Bernhard Schobinger, ein Selbstbildnis Oskar Schlemmers, Christa de Carouges Kleider – so unterschiedlich diese Werke sind, sie haben einen gemeinsamen Nenner: Japan.

Die Faszination für den ostasiatischen Inselstaat ist kein zeitlich oder lokal begrenztes Phänomen. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert beschäftigen sich abendländische Kunstschaffende intensiver mit der japanischen Kunst und Kultur – sei es als Projektionsfläche für Gegenwelten oder als fruchtbare Anregungen, aus denen die Künstler eine eigene Ästhetik entwickelten. Während sich die einen von den japanischen Bild- und Formensprache inspirieren liessen, haben sich die anderen vertieft mit ostasiatischen Religionen und Philosophien auseinandergesetzt.

Die Ausstellung "Alles und Nichts" geht auf die Spur dieser mannigfaltigen Bezüge. Sie wirft mit Künstlern wie Gustav Klimt, Wassily Kandinsky oder Franz Marc einen Blick auf die frühe europäische Moderne, die sich auch dank der japanische Formensprache von der klassizistischen Mal- und Bautradition lösen konnte. Abstrakte Kunstschaffende der Nachkriegszeit wiederum waren fasziniert von der spannungsvollen Zen-Malerei zwischen Form und Leere, beispielsweise John Cage mit seinen visuellen Musiknotationen oder Marc Tobey mit kalligraphisch wolkigen Farbstrukturen. Zeitgenössische Kunstschaffende wie Annelies Štrba und Tadashi Kawamata schlagen den Bogen in die Gegenwart – und zur Region Zug.

Leihgaben aus der asiatischen Sammlung des Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen sowie Objekte aus Privatbesitz ergänzen die Werke der Sammlung und treten in einen Dialog mit ihnen. Japan hat die moderne westliche Kunst bis heute nachhaltig geprägt – was die Ausstellung mit den hauseigenen Werken vielschichtig aufzeigt.

Alles und Nichts. Japan und die moderne Kunst bis heute
Hiroshige und Toulouse-Lautrec bis de Carouge und Kawamata
29. Januar bis 18. April 2022

Kunsthaus Zug
Dorfstrasse 27
CH - 6301 Zug

W: http://www.kunsthauszug.ch/

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  •  29. Januar 2022 28. April 2022 /
Henri de Toulouse-Lautrec, Femme au tub - Le tub, 1896, © Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm
Henri de Toulouse-Lautrec, Femme au tub - Le tub, 1896, © Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm
Kikugawa Eizan, Masagoji aus dem Tsuruya, um 1810, © Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen
Kikugawa Eizan, Masagoji aus dem Tsuruya, um 1810, © Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen
Gustav Klimt, Italienische Gartenlandschaft, 1913, © Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm
Gustav Klimt, Italienische Gartenlandschaft, 1913, © Kunsthaus Zug, Stiftung Sammlung Kamm
Katsushika Hokusai, Die grosse Welle vor Kanagawa, 1829-1830, © Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen
Katsushika Hokusai, Die grosse Welle vor Kanagawa, 1829-1830, © Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen