Luderlich
| 02.08.07 | News | |
| am 05.08.07 | |
![]() (Telfs) Im Rahmen der Volksschauspiele Telfs werden der Tiroler Erfolgsdramatiker Felix Mitterer Band 4 seiner «Gesammelten Theaterstücke» bzw. Hannes Sprenger und Siggi Haider (AkkoSax) Theatermusiken ihrer neuen CD »Interluder« präsentieren. Bei freiem Eintritt wird dramatisch musiziert, gelesen und improvisiert. Praeluder: AkkoSax − das ist die Kombination zweier durch Luft zum Schwingen gebrachter Instrumente, Akkordeon und Saxophon. Klar: Beide Instrumente werden jeweils gerne bestimmten Musikrichtungen gutgeschrieben, das eine − auch Schifferklavier genannt − der Volksmusik und das andere − eingedenk Stan Getz’ und anderer Größen − dem Jazz. Im Klandestinen freilich können diese beiden ganz andere − luderliche − Wege gehen. Und die können schon in Richtung »Rhapsody in Blue« führen. Zumindest äußerlich, wo das CD-Cover kräftig hellblau eingefärbt ist, aber auch innen. Von Anfang bis Ende ziehen sich die altertümlichen Stile durch – und über Bordun und Cantus firmus liegen Blues, FreeJazz oder einfach AlpineFolk. Es wird gemaultrommelt, man streift Irland und die Schottische Hochebene. Später trifft der Blues aufs Zillertal, hochzeitet schlicht zurück in ferne Vergangenheit, um schließlich »Hintnobm« das »Schianwetter« zu genießen. Dieser Rückblick quer von »Hintnuntn« nach »Vornaußn« durch die Brille von AkkoSax eröffnet ungeahnte, bisher unvermessene Teile des musikalischen Gestern wie Heute. Interluder: AkkoSax trafen in der heutigen Kombination erstmals 1993 zusammen auf. Neben den gefragten Duo-Sessions sind es Theatermusiken und Hörspielvertonungen, die AkkoSax auch in Theater- und Literaturkreisen höchste Anerkennung eingebracht haben. In »Interluder« führen sie Teile früherer Theatermusiken mit viel neu Komponiertem und Improvisiertem zu einer großen, abwechslungsreichen, schlicht umwerfenden neuen Geschichte zusammen: »ein Meer von Einfällen, vom feinsten Kräuseln bis zur völligen Stille und bis zum Sturm«, wie es im Booklet heißt. Vermutlich hätte Umberto Eco, der den Akkordeonisten Gianni Coscia und den Klarinettisten Gianluigi Trovesi seit jeher als »Diaboli in musica« schätzt, seine helle Freude mit diesen beiden. Afterluder: Würde Eco jedenfalls AkkoSax entdecken, er stieße auch auf Felix Mitterer, den Siggi Haider und Hannes Sprenger musikalisch seit vielen Jahren begleiten. Die Bühnenmusik zu einigen Stücken stammt von AkkoSax (»Stigma«, »Mein Ungeheuer«, »Die Beichte«). Ob Mitterer über Eco der Durchbruch jenseits des Ritten gelingen würde? Na, Eco müsste sich dann zumindest mit Tiroler Geschichte auseinandersetzen, und auch bei AkkoSax müsste der Bologner Semiotiker erst einmal Tiroler Zeichen und Laute ausdeuten. Aber das kann, wie gesagt, eine sehr ansprechende und amüsante Sache sein. Sie ist an diesem Sonntagabend und dann zum Nachhören unbedingt zu empfehlen! (bs) Felix Mitterer Siggi Haider und Hannes Sprenger | |


