31. Januar 2012 - 1:49 / Ausstellung 
23. September 2011 5. Februar 2012

"Wunder" ist eine Ausstellung über die Grenzen abendländischer Rationalität – an ihren Rändern, in ihrem Innern und in ihrer Geschichte. Werke der Gegenwartskunst umkreisend, beschäftigt sich die interdisziplinäre Ausstellung mit dem, was in unserer Welt aus dem Rahmen fällt: von der unerklärlichen Heilung, dem unglaublichen Naturschauspiel und dem wundersam Fremden über die unverhoffte technische Innovation, die künstlerische Idee bis hin zum bloßen Zufall.

Die Exponate aus allen gesellschaftlichen Bereichen zeichnen nach, wie christliche Religion und antike Naturphilosophie unsere Vorstellung des Wunders geprägt haben. Das Wunder wird so kenntlich als eine Öffnung in der Welt, aus der Kunst, Wissenschaft und Technik hervorgegangen sind. Während letztere eher zweck- und zielorientiert sind, zeichnet sich die Kunst durch einen ungleich größeren Freiheitsgrad aus, dieser Öffnung immer neue Gestalt zu verleihen und sie zur Diskussion zu stellen.

Die Öffnung, die das Wunder in unserer Kultur verkörpert, verweist immer auch auf einen Mangel, eine Lücke, die zu schließen ebenso ersehnt wie unmöglich ist. Sie ist der Antrieb, aus dem die Meisterwerke der Kunst wie der Technik hervorgehen. Indem sie diese einzigartige Verbindung religiöser, wissenschaftlicher und künstlerischer Motive mit alternativen Sichtweisen vergleicht, etwa im Islam und in anderen Kulturkreisen, stellt die Ausstellung das abendländische Weltbild und seine fragile Fähigkeit zur Sinngebung zur Diskussion.

Ergänzt wird die Hauptausstellung durch eine zweite Ausstellung, die als eigener Parcours in die Architektur eingewoben wird und sich ausdrücklich an Kinder wendet. Das Rahmenprogramm umfasst zahlreiche Veranstaltungen wie eine thematische Filmreihe sowie Aktionen und Interventionen im Stadtraum während der Laufzeit.

Beteiligte KünstlerInnen: Francis Alÿs, Kader Attia, Joseph Beuys, Dara Birnbaum, Cosima von Bonin, Olga Chernysheva, Nathan Coley, Björn Dahlem, Ellen Gallagher, Ceal Floyer, Hans Graf, Andreas Gursky, Susan Hefuna, Susan Hiller, Jonathan Horowitz, Sven Johne, Helmut & Johanna Kandl, Martin Kippenberger und Albert Oehlen, Julia Kissina, Terence Koh, Dieter Krieg, Igor & Svetlana Kopystiansky, Philipp Lachenmann, Mark Leckey, Armin Linke, Ingeborg Lüscher, Kris Martin, Hiroyuki Masuyama, Henri Michaux & Eric Duvivier, Julia Montilla, Timo Nasseri, Paul Nougé, Reto Pulfer, Julien Prévieux, Walid Raad / The Atlas Group, Johann von Schraudolph, Thomas Schütte, Shirana Shahbazi, Katharina Sieverding, Roman Signer, Thomas Struth, Alina Szapocznikow, Larry Sultan und Mike Mandel, Fiona Tan, Javier Téllez, Jalal Toufic, Ryan Trecartin, James Turrell, Timm Ulrichs, Melanie Manchot, Franz West, Susan MacWilliam, Erwin Wurm.

Wunder
Kunst, Wissenschaft und Religion vom 4. Jahrhundert bis zur Gegenwart
23. September 2011 bis 5. Februar 2012

Deichtorhallen Hamburg
Deichtorstraße 1-2
D - 20095 Hamburg

W: http://www.deichtorhallen.de/

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© Fiona Tan. Courtesy of Frith Street Gallery, London
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Katharina Sieverding: Die Sonne um Mitternacht schauen, SDO/NASA, 2010, digitale Videoprojektion, 3:50 min., Loop, Farbe Bildformat 4:3
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© Javier Téllez. Courtesy of Galerie Peter Kilchmann, Zurich
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Olga Chernysheva: aus der Serie 'Waiting for the Miracle', 2000