12. Januar 2012 - 1:49 / Architektur 
1. Oktober 2011 15. Januar 2012

James Frazer Stirling gilt als einer der einflussreichsten und innovativsten Architekten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Chronologisch stellt die Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart seine Entwicklung vom Frühwerk in Liverpool über seine Auseinandersetzung mit Le Corbusier bis hin zu seiner zitatenreichen Architektursprache in den 1970er und 1980er Jahren vor.

Die über 300 Modelle, Pläne, Skizzen und Fotografien sowie bisher unveröffentlichtes Archivmaterial stammen aus dem "James Stirling/Michael Wilford fonds" im Canadian Centre for Architecture und erlauben einen neuen Blick auf das Gesamtwerk des Architekten.

Besonders Stirlings virtuose Architekturzeichnungen, meist als Isometrien ausgebildet, lassen schon auf dem Papier suggestive Architektur-Bilder entstehen: Darunter sind aufsehenerregende Entwürfe wie das Engineering Building der Universität Leicester (1959 – 63), die History Faculty in Cambridge (1964 – 67) und das Florey Building der Universität Oxford (1966 - 1971), die mit ihrem Materialmix aus Beton, Stahl, Glas und Backstein eine noch heute viel beachtete Trilogie radikaler Bauten mit Verweisen auf den Konstruktivismus bilden.

Die Ausstellung dokumentiert zudem weitere Bauten und Projekte von James Stirling wie den Hauptsitz der britischen Olivetti (1970 - 74), der in seinem Formenrepertoire schon auf die Neue Staatsgalerie verweist; Museen für London (Clore Gallery der Tate, 1980 - 86) und Harvard (Arthur M. Sackler Museum 1979 – 84); das Wissenschaftszentrum in Berlin als "Stadt in der Stadt" (1979 – 1987); der Wettbewerb für die Bibliothèque de France (1989) mit Referenzen an die Architektur der französischen Aufklärung und das Firmengebäude der Firma Braun in Melsungen (1986 - 1992). Bislang nur selten gezeigte bzw. völlig unbekannt gebliebene Projekte aus einer über 40-jährigen Schaffenszeit zeigen Stirlings schöpferisches Interesse auch an städtebaulichen Fragen und belegen eine kontinuierliche Entwicklung seiner Architektursprache.

In Deutschland gibt es keinen geeigneteren Ort für die erste Museumspräsentation seines Nachlasses: Zunächst begleitet von heftigen Kontroversen ist James Stirlings Meisterwerk – die Neue Staatsgalerie – mittlerweile ein Klassiker der Museumsarchitektur und das größte und auf vielfältige Weise erlebbare Objekt der Ausstellung. Stirlings Referenzen an die Architekturgeschichte und Einflüsse auf sein Werk werden in der Ausstellung mit architekturbezogener Kunst des Barock bis in die Moderne aus der Sammlung der Staatsgalerie verdeutlicht, darunter Werke von Giovanni Battista Piranesi, Leo von Klenze, Giorgio de Chirico, Lyonel Feininger, Le Corbusier, Richard Hamilton, Eduardo Paolozzi, Bernd & Hilla Becher und Thomas Ruff.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog in englischer Sprache. Herausgeber sind das Canadian Centre for Architecture und das Yale Center for British Art, in Zusammenarbeit mit Yale University Press und unterstützt von der Graham Foundation for Advanced Studies in the Fine Arts.

Notes from the Archive - Krise der Moderne
1. Oktober 2011 bis 15. Januar 2012

Staatsgalerie Stuttgart
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D - 70173 Stuttgart

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James Stirling: Haus für den Architekten, Präsentationsmodell, um 1949. Paris, Frankreich, 1954; © James Stirling/Michael Wilford fonds, Collection Centre Canadien d?Architecture, Montréal
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James Stirling, Michael Wilford und Partner: Bibliothèque de France, Paris. Präsentationsmodell, 1989, Holz, Plastik und Metall; © James Stirling/Michael Wilford fonds, Collection Centre Canadien Canadien d?Architecture, Montréal
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James Stirling: Neue Staatsgalerie Stuttgart (1977-1984); © Staatsgalerie Stuttgart
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James Stirling: Neue Staatsgalerie Stuttgart (1977-1984); © Staatsgalerie Stuttgart
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James Stirling: Neue Staatsgalerie Stuttgart (1977-1984); © Staatsgalerie Stuttgart