22. September 2012 - 1:38 / Ausstellung / Fotografie 
8. Juni 2012 23. September 2012

In den letzten Jahren hat die Photographie innerhalb der künstlerischen Medien einen neuen Höhepunkt erreicht. Ausgehend von der Düsseldorfer Schule mit Künstlern wie Andreas Gursky, Thomas Struth, Thomas Ruff oder Candida Höfer hat sich eine junge Generation von Künstlern entwickelt, die auf unterschiedliche Weise das Thema "Raum" und "Ort" im Zeichen historischer Veränderungen und sozialer Krisen aufzeigen.

Mit der Ausstellung "Lost Places" widmet sich die Hamburger Kunsthalle diesen neuen Positionen, die in Photographie, Film und Installation verschiedenste Orte und Lebensräume und ihre zunehmende Isolierung dokumentieren.

Joel Sternfelds dokumentarische Photographien zeigen Orte, die Schauplatz eines Verbrechens waren. Thomas Demand reinszeniert reale Tatorte zunächst als Modell, um sie dann abzulichten. Beate Gütschow wiederum konstruiert in ihren großformatigen Photographien Stadt- und Naturlandschaften, die an bekannte Orte erinnern, jedoch keinen wirklichen Bezug zulassen. Sarah Schönfeld zeigt in ihren Photographien "das Bild der Erinnerung im Raum der Gegenwart". Sie besucht alte Orte ihrer DDR-Kindheit und zeigt diese im gegenwärtigen Zustand, wobei sie beide Momente miteinander konfrontiert. Omer Fast erzählt in seiner fiktiven Video-Installation "Nostalgia" die Geschichte illegaler Auswanderer aus drei verschiedenen Perspektiven.

Der französische Philosoph Maurice Halbwachs hat in seinem Buch "Das kollektive Gedächtnis" auf die Bedeutung "räumlicher Bilder" für das Gedächtnis sozialer Gemeinschaften hingewiesen. Gerade weil heute die zuverlässige Verortungen von Dingen und Erinnerungen – auch durch die digitale Photographie – nicht mehr gesichert sind, gerät dieser Anspruch ins Wanken. Was passiert mit realen Orten, wenn ein Raum die gewohnte Bedeutung verliert und zudem virtuell erfahrbar wird? Die Ausstellung "Lost Places" zeigt rund 20 unterschiedliche Positionen zeitgenössischer Photographie und Videokunst zu diesem Thema mit zahlreichen Leihgaben aus Museen und privaten Sammlungen.

Beteiligte KünstlerInnen: Thomas Demand (1964), Omer Fast (1972), Beate Gütschow (1970), Andreas Gursky (1955), Candida Höfer (1944), Sabine Hornig (1964), Jan Köchermann (1967), Barbara Probst (1964), Alexandra Ranner (1967), Ben Rivers (1972), Thomas Ruff (1958), Gregor Schneider (1969), Sarah Schönfeld (1979), Joel Sternfeld (1944), Thomas Struth (1954), Guy Tillim (1962), Jörn Vanhöfen (1961), Jeff Wall (1946), Tobias Zielony (1973).

Lost Places - Orte der Photographie
8. Juni bis 23. September 2012

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D - 20095 Hamburg

T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de/

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Thomas Demand (*1964): Haltestelle, 2009. C-Print / Diasec, 240 x 330 cm; Thomas Demand, Berlin. © Thomas Demand / VG Bild-Kunst, Bonn 2012
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Alexandra Ranner (*1967): Schlafzimmer II/08, 2008. Installation (Holz, Teppich, Styrodur, Monitor, Farbe), H: 240 cm, B: 470 cm, L: 980 cm; Alexandra Ranner, Berlin / Courtesy Galerie Mathias Günter, Hamburg. © Alexandra Ranner / VG Bild-Kunst, 2012
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Jeff Wall (*1946): Insomnia, 1994. Cibachrome in Leuchtkasten (Plexiglas, Aluminium, Leuchtröhren), 174 x 214 cm; Hamburger Kunsthalle. © Jeff Wall
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Thomas Struth (*1954): Times Square, New York, 2000. C-Print, 140,2 x 176,2 cm; Courtesy Thomas Struth, Berlin. © Thomas Struth
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Tobias Zielony (*1973): Vela Azzurra, 2010 (aus der Serie Vele). C-Print, 150 x 120 cm; Tobias Zielony / Courtesy und KOW, Berlin und Lia Rumma, Neapel. © Tobias Zielony