17. Februar 2015 - 3:49 / Ausstellung / Archiv 
14. Februar 2015 12. Januar 2016

Paul Klees Gesamtwerk wird in der mehrmals wechselnden Ausstellung "Klee in Bern" das ganze Jahr über erlebbar. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf dem Schaffen in den frühen Jahren 1890 bis 1906 sowie dem so wichtigen Spätwerk. Ein gespaltenes Verhältnis hatte der Künstler zur Stadt – und doch war und blieb sie seine Heimatstadt, die Stadt seiner Jugend und seines zugleich leidvollen wie fruchtbaren Lebensabends.

Die Ausstellung hält inne bei seinen Berner Sammlerinnen und Sammlern sowie den entscheidenden Ausstellungen in der Bundesstadt. Ausserdem zeigt sie, welchen Einfluss er auf hiesige Künstlerinnen und Künstler hatte. Das letzte Atelier Klees am Kistlerweg 6 in Bern wird in der Ausstellung rekonstruiert und erlaubt einen authentischen Einblick in die beeindruckend bescheidene Arbeitssituation, in der herausragende Werke entstanden.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Phasen, die einerseits in einer Sammlungspräsentation einen Überblick über Klees Schaffen von den Anfängen bis ins Spätwerk bieten, andererseits in Kabinetten auf einzelne Themen des Bern-Bezuges von Klee eingehen. Sein faszinierendes Verhältnis zur Heimat bleibt als Grundthematik das ganze Jahr über bestehen. Nicht zuletzt aus konservatorischen Gründen werden viele Werke von Phase zu Phase ausgewechselt, so dass in den 11 Monaten Ausstellungszeit ein reichhaltiges Bild von Klees Wirken zu sehen sein wird.

Anfangs zeigt sich seine Beziehung zu Bern vor allem in den Stadt- und Landschaftszeichnungen in Skizzenbüchern der Gymnasialzeit, während sich biografische Aspekte in Randzeichnungen und Illustrationen seiner Schulbücher und Hefte widerspiegeln. Zu sehen sind seine beliebten Hinterglasmalereien sowie die unterhaltsamen Radierungen des Zyklus Inventionen.

Als Paul Klee in München allmählich zu Ruhm gelangt und seinen künstlerischen Durchbruch am Ende des Ersten Weltkriegs erlangt, wird er in Bern kaum wahrgenommen. Doch seine erste Sammlerin Hanni Bürgi glaubt unbeirrt an sein künstlerisches Potenzial und versucht immer wieder, Ausstellungen im Kunstmuseum und in der Kunsthalle Berns zu initiieren. Auch der Merceriehändler Hermann Rupf, ein leidenschaftlicher Sammler der Klassischen Moderne, erwirbt Klee Werke. Ehemalige Schulfreunde Klees wie Hans Bloesch planen mit Klee als Illustrator Buchprojekte mit satirischem Inhalt oder treffen sich im kleinen Kreis mit dem begabten Violinisten zu Hauskonzerten, so z.B. Fritz Lotmar.

Nach einer grossen Karriere in Deutschland, u.a. als Lehrer am Bauhaus, sieht sich Paul Klee 1933 aufgrund der politischen Entwicklungen und als "entarteter Künstler" gezwungen, in seine Heimatstadt Bern zurückzukehren, wo er sein einmaliges Spätwerk schafft. Die Berner Zeit bis zum Tod des Künstlers im Sommer 1940 wird anhand einer Vielzahl von Werkbeispielen dokumentiert und mit der Rekonstruktion seines Ateliers am Kistlerweg 6 in der Elfenau veranschaulicht. Auch seine Auswirkungen auf Künstlerfreunde und Berner Kunstschaffende werden anhand der Beispiele von Otto Nebel, Bruno Wurster und Peter Somm sichtbar gemacht.

Parallel zu der Ausstellung erscheint ein Buch unter dem Titel "Mit Klee durch Bern. Spaziergänge in Stadt und Umgebung", das als kulturhistorischer Stadtführer konzipiert ist, in dem 34 Orte oder Gebäude in kurzen, aber profunden Texten und mit historischen Abbildungen sowie Werkbeispielen gleichsam aus der Perspektive Klees behandelt werden.


Im Laufe der Ausstellung werden zwei weitere Publikationen erscheinen:
• "Die Hinterglasbilder von Paul Klee", Hrsg. Zentrum Paul Klee, Bern, Texte von Peter Fischer, Michael Baumgartner, Gregor Wedekind u.a., Wienand Verlag, erscheint im Mai 2015
• "Paul Klee und Hans Bloesch – ein kommentierter Briefwechsel" (Arbeitstitel), Hrsg. Zentrum Paul Klee, Bern, in Zusammenarbeit mit Marcel Baumgartner, Nimbus Verlag, erscheint im Oktober 2015

Klee in Bern
14. Februar 2015 bis 12. Januar 2016

Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
CH - 3000 Bern

T: 0041 (0)31 35901-01
F: 0041 (0)31 35901-02
E: kontakt@zpk.org
W: http://www.zpk.org/

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