10. Juli 2011 - 2:18 / Archiv / Ethno 

Die Ausstellung "Entdeckung Korea! Schätze aus deutschen Museen" stellt zum ersten Mal die bedeutendsten Sammlungen koreanischer Kunst und Kultur in Deutschland vor. Die Korea Foundation ermöglicht durch ihre großzügige Unterstützung die einmalige Schau mit Leihgaben von zehn deutschen Museen, wie etwa dem Asiatischen Museum und dem Ethnologischen Museum in Berlin oder dem Museum für Kunst und Gewerbe und dem Völkerkundlichen Museum in Hamburg.

Neben repräsentativen buddhistischen Hängerollen, wie einer seltenen Darstellung des Bodhisattva Avalokiteshvara aus dem 14. Jahrhundert und volksreligiösen Holzskulpturen furchteinflößender Generäle der Unterwelt, präsentiert die Ausstellung profane Tuschemalerei im Stil der konfuzianischen Literatenästhetik, Lackarbeiten mit kunstvollen Perlmutteinlegearbeiten, aber auch ausgewählte Beispiele der berühmten Seladonkeramik des 12. bis 14. Jahrhunderts.

Korea erlangte als letztes der drei ostasiatischen Länder die Aufmerksamkeit Europas. Erst 1876 öffnete sich das über Jahrhunderte vom Ausland abgeschottete Land. Deutsche Sammler, Forscher, Missionare und Entdeckungsreisende erkundeten in den folgenden Jahren Korea und legten die Grundlagen für die deutschen Sammlungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. So besitzt das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln eine der wenigen bedeutenden Sammlungen buddhistischer Malerei sowie Goryeo-zeitlicher Keramik in Deutschland.

Die Museumsgründer Adolf und Frieda Fischer trugen diese zwischen 1905 und 1911 in Korea zusammen und verfolgten das Ziel, die Kunst Koreas ebenbürtig neben China und Japan zu präsentieren. Das Grassi Museum in Leipzig oder das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg etwa haben ihren Schwerpunkt auf ethnologischem oder kunsthandwerklichem Gebiet und reflektieren so die Vorlieben und Interessen ihrer Sammler und Gründer.

Heute ist Deutschland der wichtigste Handelspartner Koreas in der EU. "Entdeckung Korea!" gibt Einblick in die eigenständige, unverwechselbare koreanische Kunst und lädt ein, Geschichte und Tradition der deutsch-koreanischen Beziehungen neu zu entdecken.

Die Ausstellung umfasst über einhundert Objekte und wird nach ihrer ersten Station vom 26. März bis 17. Juli in Köln, 2012 und 2013 im Grassi Museum in Leipzig, im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt und im Lindenmuseum in Stuttgart mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu sehen sein. Als eine Besonderheit wird die Schau nur in Köln durch eine Leihgabe aus dem Museum Ludwig ergänzt, die Videocollage "Global Groove" von Nam June Paik (1932 Seoul, Korea - 2006 Miami, USA).

Zur Ausstellung erscheint ein ausführlicher Katalog in deutscher und englischer Sprache mit Katalogeinträgen und einführenden Essays zu den jeweiligen Sammlungen.

Entdeckung Korea! Schätze aus deutschen Museen
im Museum für Ostasiatische Kunst Köln
26. März bis 17. Juli 2011
Di bis So 11 - 17 Uhr
Eröffnung: Fr 25. März 19 Uhr

Museum für Ostasiatische Kunst
Universitätsstraße 100
D 50674 Köln
T 0049 (0)221 221286-08
F 0049 (0)221 221286-10



  •  26. März 2011 17. Juli 2011 /
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Kasten mit Rankendekor. Holz mit schwarzem Lack und Perlmutteinlagen, Höhe 9,5 cm; Länge 27 cm; Breite 37,5 cm. Joseon-Dynastie, 16.-17. Jahrhundert. Linden-Museum Stuttgart, aus der Sammlung Fritz Löw-Beer. © Linden-Museum Stuttgart; Foto: Anatol Dreyer
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Junge mit Phönix; Holz mit Spuren von Bemalung, H 92 cm. Joseon-Reich, 17./18. Jh.. © NRICP
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Pferd mit zwei Knechten; Unbekannter Künstler. Hängerolle, Tusche und Farben mit Gold auf Papier, 57,9 x 79,2 cm. Korea, Joseon-Reich, spätes 19. Jh.. © NRICP
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Dorfwächter; Holz, farbig gefasst, Höhe 291 cm. Region Incheon, Joseon-Dynastie, um 1895. Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Schenkung Moritz Schanz 1897. © Ethnologisches Museum Berlin; Foto: Dietrich Graf