5. September 2011 - 1:49 / Ausstellung / Grafik 
17. Juni 2011 11. September 2011

Die Hamburger Kunsthalle besitzt mit knapp 1.400 Blättern eine der renommiertesten Sammlungen niederländischer Handzeichnungen aus der Zeit von 1450 bis 1850. Mit charakteristischen Arbeiten sind nahezu alle bedeutenden holländischen und flämischen Zeichner vertreten. Erstmals wird dieses Spektrum aus vier Jahrhunderten niederländischer Zeichenkunst in seiner ganzen Breite präsentiert.

Die Ausstellung "Bruegel, Rembrandt & Co" zeigt eine Auswahl von über 100 herausragenden Zeichnungen. Von einer um 1460 entstandenen anonymen Silberstiftzeichnung und einer der frühesten niederländischen Naturaufnahmen (Gerard David) spannt sich der Bogen über Pieter Bruegels berühmten Sommer und die Zeichnungen der niederländischen Romanisten (Maarten van Heemskerck, Lambert Lombard) zu den Manieristen um Hendrick Goltzius.

Das "Goldene Jahrhundert" präsentiert sich dann in seiner ganzen technischen und thematischen Vielfalt. Zu den wichtigsten Exponaten dieser Epoche gehören die Gefangennahme Christi, eine der schönsten Jugendarbeiten Anton van Dycks, und Rembrandts Hl. Hieronymus in einer Landschaft, dem als einem der seltenen Radierungsentwürfe eine Sonderstellung im Œuvre des Meisters gebührt. Werke von Gerard de Lairesse und Willem van de Velde leiten über in das 18. und 19. Jahrhundert mit seinen bildmäßigen, oft farbig ausgeführten Zeichnungen. Die Werke dieser Epoche waren hierzulande bisher wenig bekannt, und viele Exponate werden zum ersten Mal einem größeren Publikum gezeigt.

Charakteristisch für die bildende Kunst Hollands und Flanderns ist die Spezialisierung ihrer Künstler auf einzelne "Fächer". Dies führte zu einer Themenfülle, die sich auch in den ausgestellten Werken niederschlägt: Landschaft und Historie, Genre und Seestück, Stillleben, Stadtansicht, Portrait und Tierstudie können in konzentrierter Form erlebt und studiert werden. Parallel dazu veranschaulichen die Exponate die verschiedenen funktionalen Bezüge der Gattung "Zeichnung": von der Studie über die zweckbestimmte Entwurfszeichnung bis hin zur eigenständigen, für den Kunstmarkt gefertigten Zeichnung.

Seit 2001 wurde der Bestand niederländischer Handzeichnungen dank der großzügigen Unterstützung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in seiner Gesamtheit erforscht. Im März 2011 erscheint als Ergebnis ein dreibändiger Bestandskatalog, der in den Museumsshops, unter www.freunde-der-kunsthalle.de sowie im Buchhandel erhältlich sein wird.

Bruegel, Rembrandt & Co
Niederländische Zeichnungen 1450-1850
17. Juni bis 11. September 2011

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D - 20095 Hamburg

T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de/

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Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30-1569): Der Sommer, 1568. Feder in Braun, 220 x 286 mm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Christoph Irrgang
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Jacob Cats (1741-1799): Sommerliche Landschaft, 1792. Feder in Braun, 270 x 359 mm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Christoph Irrgang
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Daniel Kerkhoff (1766 - 1831): Windmühle am Stadtwall von Zutphen, 1815. Feder in Braun, Spuren von Bleistift, 261 x 335 mm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Christoph Irrgang
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Rembrandt (1606-1669): Der heilige Hieronymus in einer Landschaft, um 1649. Feder und Pinsel in Braun, 252 x 204 mm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Christoph Irrgang
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Johannes Christiaan Schotel (1787 - 1838): Vier Segelboote auf stürmischer See. Pinsel in Aquarellfarben über Bleistift, Feder in Schwarz, 264 x 355 mm; © Hamburger Kunsthalle / bpk. Photo: Christoph Irrgang