Aron Demetz. I am

Anknüpfend an die Ausstellung "Leibhaftig" der Kunstkammer Rau präsentiert der Südtiroler Bildhauer und Biennale-Teilnehmer Aron Demetz (geb. 1972) nun seine geheimnisvollen und ausdrucksstarken Skulpturen im Bahnhof Rolandseck, seiner ersten Museumsausstellung in Deutschland. Lebensgroß, filigran, aber auch grob gearbeitet wirken sie gleichzeitig verstörend und melancholisch. Der menschliche Körper und dessen Verletzlichkeit stehen dabei im Mittelpunkt. Verschiedene Materialien wie Holz, Bronze und Silikon erzeugen eine plastische Körperlichkeit.

Die Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck widmet sich mit ca. 32 Arbeiten Aron Demetz’ einzigartigem bildhauerischem Kosmos. Bereits auf der Biennale Venedig 2009 fand seine Arbeit große Beachtung. Der Künstler Aron Demetz verwendet für seine Arbeiten die unterschiedlichsten Holzarten. Die charakteristische Materialästhetik des jeweiligen Baumes mit seinen Farben, Maserungen, Ungenauigkeiten und Narben wird zu einem wichtigen und bewusst gewählten Bestandteil seiner Skulpturen. Bei der Gestaltung kommen Werkzeuge wie Motorsäge, Stemmeisen und Beil zum Einsatz, die grobe Einschnitte im Holz verursachen.

Die Themen Verletzung, Heilung und Metamorphose bestimmen fast alle Werke des Künstlers. Dazu zählt insbesondere seine Skulpturengruppe "Memoridermata", die speziell für die Ausstellung entstanden ist. Mittels eines computergesteuerten Fräsvorgangs lässt Demetz raue Holzfäden aus den Körperoberflächen wachsen und schafft gleichzeitig äußerst feine glatte Stellen, die den vorangegangenen Beschädigungen "heilend" zur Seite stehen.

Demetz‘ Werke, auch seine frühen farbig gefassten Skulpturen – wie die Figurengruppe "Initiation" – sind von einer poetischen und geheimnisvollen Aura umgeben. Es sind besonders die ausgearbeiteten Augen, deren unverwechselbar kraftvoller Ausdruck den menschengroßen Figuren etwas einzigartig Beseeltes und Lebendiges verleiht. Für das Skulpturenufer Remagen realisiert Demetz zudem eine großformatige Bronzearbeit mit dem Titel "Heimat", die dauerhaft am Rheinufer (bei Rheinkilometer 635) zu sehen sein wird.

Aron Demetz, geboren 1972, lebt und arbeitet in Gröden/Südtirol. Nach dem Besuch der Kunstschule Wolkenstein (1986 – 1993) studierte er Bildhauerei bei Christian Höpner an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg (1997/98). Von 2010-2013 lehrte er an der Accademia di Belle Arti (Carrara/Italien) als Professor für Bildhauerei. International bekannt wurde Demetz unter anderem mit seinen Ausstellungen im Italienischen Pavillon bei der 53. Biennale in Venedig und im MACRO – Museo di Arte Contemporanea di Roma.


Aron Demetz. I am
23. August 2014 bis 11. Januar 2015