Die Ausstellung wurde ursprünglich für den Ausstellungsraum Magazin 4 in Bregenz kuratiert. Für die Ausstellung im Angewandte Interdisciplinary Lab (AIL) in Wien wurde sie adaptiert und erweitert.

Wir werden von Bakterien und Viren besiedelt, so wie wir Menschen Häuser, Städte und Umgebungen besiedeln. Wir dienen auch als Wirte für Ideologien, Medien und Technologien. Der 1991 von der Biologin Lynn Margulis geprägte Begriff Holobiont beschreibt uns als ein von der Biosphäre durchdrungenes Gesamtlebewesen. Holobiont sprengt das Selbstverständnis individuellen Lebens, vernetzt uns über Mikrobiom symbiontisch mit anderen Organsimen, destabilisiert die Teilung in Subjekt und Objekt und kränkt unser gewohntes Ich-Konzept. Besonders die sozialen und psychischen Transformationen, die von der Pandemie ausgelöst wurden, bringen ins Bewusstsein, dass „Leben“ vor allem jenes nicht-menschlicher Akteur:innen ist. Einfache Grenzziehungen halten dieser Dynamik nicht mehr stand. „Wir“ erfahren „uns“ als transitorische Wesen, die zwischen digitalen und molekularen Welten treiben und spüren die Grenzverwindungen in uns als Möglichkeit einer neuen Sprache jenseits einer symbolischen Distanz zur Welt.

Mit der Ausstellung "Holobiont" zeigt das AIL Körper, Umwelten, Texte, Medien, Maschinen und biologische Organismen, die anhand verschiedener Methoden, theoretischer Konzepte, Prozesse und Metaphern über ein anderes Leben und über das Leben der Anderen erzählen: „Life Is Other!“

Mit Beiträgen von Art Orienté Objet, Irini Athanassakis, David Berry, Julia Borovaya, Adam Brown, Juan M. Castro & Akihiro Kubota, Tagny Duff, Thomas Feuerstein, Karmen Franinovic, Ana Maria Gomez Lopez, Luis Hernan/Pei-Ying Lin/Carolina Ramirez-Figueroa, Hideo Iwasaki, Henrik Plenge Jakobsen, Eduardo Kac, Roman Kirschner, Lynn Margulis/Dorion Sagan/Bruce Clarke, Yann Marussich, Agnes Meyer-Brandis, ORLAN, Špela Petrič, Chris Salter, Maja Smrekar, Klaus Spiess/Ulla Rauter/Emanuel Gollob, Lucie Strecker/KT Zakravsky, Tina Tarpgaard, Paul Vanouse, M R Vishnuprasad, Peter Weibel und die Autor:innen der Sonderausgabe ‚On Microperformativity‘, Performance Research: A Journal oft he Performing Arts, 2020, 25 (3)

Universität für angewandte Kunst Wien
Oskar-Kokoschka-Platz 2
A - 1010 Wien

W: dieangewandte.at

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Agnes Meyer-Brandis, Microfluidic Oracle Chip & Autopoesis Answering Machine, 2019, detail, microscope output, © Agnes Meyer-Brandis, VG Bildkunst, 2019
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Opus et Domus (2018), Photography: Sandra Odgaard, Co-produced by: Click Festival / Kulturvaerftet (Denmark) and Kapelica Gallery / Kersnikova Institute (Slovenia)
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Yann Marussich, Bleu Remix, 2007, detail from the performance at Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain, as part of the exhibition sk-interfaces. Exploding Borders in Art, Technology and Society. Courtesy of the artist. Photo © Axel Heise
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