2. März 2008 - 1:33 / Ausstellung / Grafik 
11. November 2007 9. März 2008

Das Karikaturmuseum Krems präsentiert in seiner neuesten Ironimus-Ausstellung mehr als 50 Jahre Kunst- und Kulturgeschehen. Der Architekt und Karikaturist Gustav Peichl alias Ironimus setzt sich in seinen zeichnerischen Kommentaren voll Witz und Ironie mit bildender Kunst, Architektur, Musik, darstellender Kunst und der österreichischen Kulturpolitik auseinander. Prägende Figuren der österreichischen Kunstszene sind ebenso präsent wie kritische Betrachtungen von Fehlplanungen in Städtebau und Architektur.

Braucht Kunst Skandale? Muss Kunst viel kosten? Wird Kunst häufig falsch verstanden? Darf Kunst fröhlich sein? Darf Kunst verletzen? Braucht Kunst eine neue Form? All diese Fragen und viele mehr stellt Ironimus mit seinen Karikaturen, seine spitze Feder hat schon viele prominente "Opfer" getroffen: Oskar Kokoschka, Hermann Nitsch, Claus Paymann, Klaus Bachler mussten ebenso den Spott Ironimus" ertragen wie so manche Kulturpolitiker, etwa Fred Sinowatz, Helmut Zilk, Rudolf Scholten, Erhard Busek oder Elisabeth Gehrer. Auch Architektenkollegen blieben nicht verschont: Roland Rainer, Hans Hollein oder Wilhelm Holzbauer wurden von ihm auf die Schaufel genommen.

Nicht immer rufen die Karikaturen erfreute Reaktionen hervor. Noch ärgerlicher ist es allerdings für viele, wenn sie gar nicht erst mit einer Karikatur "belohnt" werden. Prof. Gustav Peichl, geboren 1928, studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Clemens Holzbauer und war dort auch selbst von 1973 bis 1996 Professor. Der Durchbruch als Architekt gelang ihm mit dem Bau der ORF-Landesstudios, zahlreiche Museumsbauten folgten, unter anderem das Karikaturmuseum Krems. Unter dem Pseudonym Ironimus gehört Peichl seit vielen Jahren zu den wichtigsten politischen Karikaturisten Europas, seine Zeichnungen erscheinen in der "Süddeutschen Zeitung" und der "Presse". Ironimus erreicht mit seinen gezeichneten Kommentaren wöchentlich mehr als drei Millionen Leser.

"Die Karikatur ist ein Ventil für mich. Sie erspart mir sozusagen den Psychiater" erklärt Peichl. Sein milder Spott ist dabei oft wesentlich schärfer und gezielter als die Holzhammermethoden manch anderer Kritiker. Nach den Präsentationen " Ironimus – Das wahre Österreich", "Wolfi und Gusi" und "nEUrosen" zeigt das Karikaturmuseum Krems mit dieser Ausstellung eine weitere Personale des bedeutenden österreichischen Karikaturisten.


Publikation: Alles Kunst, oder was? 50 Jahre gezeichnete Kritik
Text von Hans Werner Scheidl, 208 Seiten, EUR 24,90

Alles Kunst, oder was?
11. November 07 bis 9. März 08

Karikaturmuseum Krems
Steiner Landstraße 3a
A - 3500 Krems-Stein

W: http://www.karikaturmuseum.at/

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