180°: Die Sammlung im Kubus

Seit der Eröffnung des Kunstmuseum Stuttgart erlebten mehr als eine Million Besucher das beziehungsreiche Zusammenspiel von Kunst und Architektur. Im weithin sichtbaren Glaskubus fanden monographische und thematische Sonderschauen statt, Erd- und Untergeschoss unter dem Kleinen Schlossplatz waren weitgehend der städtischen Kunstsammlung vorbehalten.

Im Herbst 2011 unternimmt das Museum ein Experiment: Um die großformatigen Werke der Sonderausstellung "Michel Majerus" angemessen präsentieren zu können, wird das bisherige Raumkonzept auf den Kopf gestellt.

Die Drehung um 180° bedeutet nicht nur, dass die Sammlung auf Zeit in den Kubus wandert, sondern insbesondere, dass bekannte Erzählmuster hinterfragt und womöglich auf den Kopf gestellt werden. Vier große Themenbereiche beleuchten die Sammlung jenseits der üblichen kunsthistorischen Kategorisierungen und stellen über die Zeiten hinweg visuelle und inhaltliche Verbindungen dar. Unter der von Karl Gerok entlehnten Gedichtzeile "Mein Stuttgart, wieder da" wird die Stadt durch verschiedene Ansichten bebildert, während es in dem der Ortlosigkeit gewidmeten Saal um die abstrakte Formsprache – "Kein Ort. Nirgends" – geht.

In der zweiten Etage stehen sich, nach Foucaults philosophischer Abhandlung "Les mots et les choses" benannt, die Dinge und die Wörter gegenüber und räsonieren über die Beschreibung und Erfassung von Welt. Dazwischen widmen sich Räume den monographischen Sammlungskünstlern Willi Baumeister, Dieter Roth, Wolfgang Laib und Otto Dix.

180°: Die Sammlung im Kubus
19. November 2011 bis 14. Oktober 2012