25. Februar 2008 - 1:49 / Ausstellung / Archiv 
10. Oktober 2007 2. März 2008

Bizarr und hochvisionär muten die biomorphen Entwürfe des in Los Angeles lebenden und arbeitenden Architekten Hernán Diáz Alonso an. Spielerisch integriert er vegetabile, organische Formen in seine Architektur, Animationen und Skulpturen. Sein figurativ-architektonisches Vokabular sprengt die visuellen und räumlichen Grenzen zwischen Oberfläche, Dekoration und Struktur. Eingebettet in eine von Diáz Alonso speziell für die MAK-Galerie entworfene, avancierte Raumintervention bietet die MAK-Ausstellung "Pitch Black" eine umfassende Reflexion seiner Arbeit.

Alonsos unverwechselbare Ästhetik und sein revolutionäres Architekturverständnis bewegen sich an der Schnittstelle zu Architekten wie Greg Lynn und Hani Rashid, oder Architekturtheoretikern wie Jeffrey Kipnis, die als Pioniere einer amorphen Architektur gelten. Wie genetische Mutationen einer Zelle verweisen seine einzelnen Projekte aufeinander und ergeben in ihrer Summe ein organisches Ganzes. Seine geniale Architektur
entwickelt sich aus evolutionären Bewegungsmustern, die von abstrakten, freien Formen bis hin zu hybriden Strukturen reichen.

Seit dem Jahr 2000 betreibt Hernán Diáz Alonso, der 1969 in Buenos Aires, Argentinien, geboren wurde und nach seiner Ausbildung unter anderem als Senior Designer bei Peter Eisenman Architects tätig war, in Los Angeles sein eigenes Architektur- und Designbüro "Xefirotarch". Er lehrt unter anderem am Southern California Institute of Architecture in Los Angeles und an der Columbia University in New York.

Nicht zufällig wurde der Titel für die Hernán Diáz Alonso-Ausstellung dem Science-Fiction-Film "Pitch Black – Planet der Finsternis" (2000), einem USamerikanischen B-Movie von Regisseur David Twohy, entlehnt. Alonso erwog ursprünglich eine Karriere als Filmproduzent und bezieht immer wieder Inspiration aus filmischem Sprachvokabular sowie aus der Kunst, vor allem aus Werken von Francis Bacon und Matthew Barney. Seine filmische Affinität ist vor allem in seinen 3-D-Renderings erkennbar, in denen er häufig animierte Architekturmodelle Science-Fiction-Film-artig aus einem schwarzen Hintergrund heraustreten lässt.

Für die Ausstellung "Pitch Black" taucht Hernán Diáz Alonso die MAKGalerie in ein komplettes Dunkel, aus dem zirka 20 Objektträger, von Diáz Alonso "Spider" genannt, heraustreten. Diese tragen Architekturmodelle, die wiederum durch Skizzen an der Wand ergänzt werden. Auf der Oberfläche der "Spider" integrierte DVD-Screens zeigen Animationen zu den einzelnen Projekten. Entsprechend seinem holistischen Architekturverständnis sollen die Objektträger "Spider" zugleich zum ausgestellten Objekt mutieren.

"Pitch Black" ist ein weiterer Höhepunkt einer Serie von relevanten Architekturpräsentationen in der MAK-Galerie. Nach "Greg Lynn. Intricate Surface" (10. September – 16. November 2003) oder der Schau des Londoner Architekturbüros "Foreign Office Architects. Species – foa’s phylogenesis" (21. Mai – 3. August 2003) widmet sich die MAK-Galerie mit Hernán Diáz Alonso ein weiteres Mal einem maßgebenden Vertreter einer jungen Architektengeneration.


Hernán Diáz Alonso: Pitch Black
10. Oktober 07 bis 2. März 08

MAK Wien
Stubenring 5
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 711 36-0
F: 0043 (0)1 713 10-26
E: office@mak.at
W: http://www.mak.at/

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Project Seroussi, 2007. Maison Seroussi, Competition Paris, France. © Xefirotarch/MAK
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Project Stockholm, 2006. Competition Stockholm, Sweden. © Xefirotarch/MAK
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Project Cell, 2006. Cell Phone, Prototype Concepts, Client - Confidential. © Xefirotarch/MAK
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Pitch Black, 2007. Rendering, Hernan Diaz Alonso; Detail, Spider. © Xefirotarch/MAK
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Pitch Black, 2007. Rendering, Hernan Diaz Alonso; MAKgalerieperspective. © Xefirotarch/MAK