Kurt Bracharz

21. November 2005 - 2:23

Acht Referenden des kalifornischen Gouverneurs beantworteten die Wähler gleich, und die »Los Angeles Times« machte daraus den Titel, der auch über dieser Kolumne steht. Es waren ganz einfache Vorschläge gewesen: mehr Macht für ihn, weniger Macht für die Gewerkschaften, verschärfte Maßnahmen gegenüber Flüchtlingen etc.

Eine österreichische Politik, möchte man meinen. Bei uns werden solche Kröten ja durchaus geschluckt, allerdings verwechseln sich unsere Politiker nicht mit unbesieglichen Robotern, nur weil sie solche mal in einem Film dargestellt haben, und setzten keine Volksbefragungen zu Themen an, deren Brisanz jeder verstehen würde. Bei den kalifornischen Migranten ging es natürlich um Wetbacks, und vermutlich waren viele der Befragten selbst einmal welche; ein Referendum ähnlicher Art in Österreich ginge anders aus.

Nachdem er sich mit Feuerwehrleuten, Krankenschwestern, Lehrern, Polizisten und deren Gewerkschaftern angelegt hat, alles Berufsgruppen mit gutem Gedächtnis für Angriffe auf ihr Einkommen, dürfte Schwarzenegger im Jahre 2006 seine politische Karriere beenden und nach Hollywood zurückkehren, wo er dann wohl auch kein Kassenmagnet mehr sein wird. Aber Nebenrollen als schrottreifer Cyborg gibt es ja in weiteren Star-Wars-Filmen etc. gewiss genug.

Dann kann der Steroid-Steirer an die Zeit zurückdenken, wo er neben dem Präsidenten stand und mehr Applaus bekam als dieser. Wie hieß der doch gleich? Über den mag ja nun wirklich keiner mehr reden, diese Schande des Dschungels ... hieß er nicht so? Dschungel? Busch? Bush! In der zweiten Periode seiner Präsidentschaft hatte es ja Farcen gegeben wie die Enttarnung der CIA-Beamtin Valerie Plame durch einen seiner engsten Mitarbeiter. Der Witz dabei: Das Gesetz zum Schutz der Identität von CIA-Mitarbeitern war von George Bush sen., dem Vater des unseligen Dabbelju, durch den Kongress gepeitscht worden. Dumm, dass es zwanzig Jahre später seinem Sohn auf den Kopf fiel. Aber sicher nicht das Dümmste der Bush-Jahre.

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