19. Februar 2008 - 1:06 / Ausstellung / Archiv 
16. September 2007 24. Februar 2008

Ob Rasterzeichnungen oder Photodrucke, stets sind Sigmar Polkes Werke spielerische Angriffe auf das Wahrnehmungssystem des Betrachters. Besonders deutlich wird dies in seinen graphischen Arbeiten. Vom 16. September 07 bis 24. Februar 08 präsentiert die Hamburger Kunsthalle im Hegewisch-Kabinett eine Auswahl davon.

Der 1941 in Schlesien geborene Sigmar Polke siedelte 1953 von Thüringen nach Düsseldorf über und begann 1959 dort eine Glasmalerlehre. 1961 bis 1967 studiert Polke an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Gerhard Hoehme und Karl Otto Götz, wo er unter anderem Gerhard Richter kennenlernt. Die beiden Künstler veranstalten 1963 gemeinsam mit Konrad Fischer-Lueg und Manfred Kuttner in der Kaiserstraße 31A in Düsseldorf unter dem Titel "Eine Demonstration für den kapitalistischen Realismus" eine Ausstellung, deren Exponate durch den ironischen Umgang mit den Produkten der Konsumwelt und die kritische Verwendung von Alltagsklischees geprägt sind.

Witz und Ironie werden schon in den frühen Arbeiten als ein Kennzeichen von Polkes Kunst erfahrbar, wenn er etwa Socken, Würstchen oder Versatzstücke aus Reiseprospekten in Szene setzt. Es entstehen die ersten Raster- und Streifenbilder sowie Gemälde auf Dekostoffen. Den Kunstpreis der Jugend erhält Sigmar Polke 1966 und bestreitet seine erste Einzelausstellung. Der Künstler unternimmt in den 1970er Jahren ausgedehnte Reisen und arbeitet intensiv mit dem Medium Fotografie. Polkes Arbeiten haben sowohl hier als auch in der Malerei oft einen experimentellen Charakter, lassen Zufallswirkungen und autonome chemische Prozesse sichtbar werden.

Auf einer documenta stellt Polke erstmals 1972 aus. 1977 wird er Dozent, 1991 Professor an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg. Sigmar Polke ist regelmäßig auf Ausstellungen im In- und Ausland vertreten, 1997 findet die bislang größte Retrospektive seines Werks in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik in Bonn und in der Galerie der Gegenwart, Hamburger Bahnhof in Berlin, statt.

Polke lebt und arbeitet in Köln.


Sigmar Polke. Kulturschablone
Druckgraphische Arbeiten von 1963 bis 2000
16. September 2007 bis 24. Februar 2008

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall
D - 20095 Hamburg

T: 0049 (0)40 428 131 200
F: 0049 (0)40 428 5434 09
E: info@hamburger-kunsthalle.de
W: http://www.hamburger-kunsthalle.de/

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