Kurt Bracharz

10. Oktober 2005 - 9:40

In Zeitschriften findet man immer wieder interessante Meldungen, bei denen man gern wüsste, wie die Sache weiter ging, von denen man aber nie wieder – oder erst Jahre später durch Zufall – etwas erfährt. Beispiele? Gerne! Vor zwei Monaten schrieb ich hier über die Vorwürfe des Historikers Farías, dass Allende Rassist und Antisemit gewesen sei.

Dieser damals heftigen Diskussion wurde seither nichts Entscheidendes hinzugefügt, auch mit Google findet man nur die alten Seiten; dabei ist nichts belegt oder bewiesen worden. Im Mai dieses Jahres las man im »Profil«, Peter Sichrovsky, Ex-FP-Generalsekretär und »Haiders Jude« (seine Selbsteinschätzung), sei Mossad-Agent gewesen. Sichrosvky behauptete, eine Kreditkarte des Geheimdienstes für unbegrenzte Spesen benützt zu haben. Haben Sie seither einen Pieps davon gehört?

Ebenfalls im Mai erfuhr man aus der Wiener Stadtzeitung »Falter«, der Chef der EU-Antikorruptionsbehörde Olaf, Franz-Hermann Brüner, habe einen Bericht über den angeblichen Antiprivilegienritter Hans-Peter Martin wegen missbräuchlicher Verwendung von Geldern an die österreichische Justiz übermittelt. Auf die Frage, ob sich Martin etwas zuschulden kommen lassen habe (dieser bestreitet das vehement), antwortete Brüner: »Das Verfahren ist vertraulich. Wenn es keine Verdachtsmomente gegeben hätte, hätten wir wohl keinen Bericht an die Justiz übermittelt.« Seither haben wir darüber leider nichts mehr gelesen.

Am 30. Juni berichtete die »Jüdische Allgemeine« anlässlich des Erscheinens des Buches von Wolfgang Kraushaar »Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus« (Hamburger Edition), hier werde als Täter der damals (9. November 1969) 25-jährige Ex-Kommunarde Albert Fichter genannt. Angestiftet wurde er von Dieter Kunzelmann, mit dem er eine militärische Ausbildung bei der PLO absolviert hatte. Das Buch ist erschienen, Kunzelmann tritt seither nicht mehr so häufig in Talkshows auf, aber das war’s auch schon.

Das und manches mehr sind Sachen, die wir gerne genauer wüssten.

Die Meinung von Gastautoren muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. (red)