12. Mai 2010 - 2:22 / Ausstellung / Ethno 
10. Januar 2010 16. Mai 2010

Die großen Chinaausstellungen der letzten Jahre waren von der Dominanz archäologischer Objekte geprägt. Han und Tang -Terrakotten beherrschten neben Jadeobjekten und Keramiken das Bild. Diese Tendenz erfasste auch die Sammler, deren Interesse sich innerhalb des Mainstreams manifestierte. Auch die Publikationen folgten diesem Trend, sodass es erstaunlich anmutet, dass ganze Segmente innerhalb der chinesischen Ritualkunst weitgehend unbekannt geblieben sind.

Die Ausstellung "Das Erbe Chinas" im Schwazer Haus der Völker hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bild einer chinesischen Kultur zu zeichnen, das weitab der bekannten Sujets Schätze aus Tempeln und Kultstädten zeigt, deren Holzskulpturen einen Zeitraum von tausend Jahren umspannen und deren Steinobjekte von der Gandhara –Zeit bis in die Ming-Periode reichen. Außerhalb Chinas, in Vietnam oder bei den Bergvölkern Burmas, zeigt sich die Strahlkraft der chinesischen Kultur auf beeindruckende Weise.

Hier haben sich die Stile trotz großer Völkerwanderungen und Kriege bis heute erhalten. Die Grabfunde von Ban Chiang im Norden Thailands sind ein Zeugnis für die weit ausufernden Wanderungen chinesischer Völker und deren materieller Kultur. Hier findet man Bronzen, die zu den ältesten der Menschheitsgeschichte zählen. Obwohl die Herkunft der damaligen Bewohner Nord-Thailands bis heute ungeklärt ist, wird doch angenommen, dass sie aus dem Norden kamen und chinesische Völker waren. Mehr als viertausend Jahre zählen die meisterhaft gefertigten Objekte, die neben Keramiken und Karneol-Perlen diese Kultur belegen.

Das Erbe von China ist räumlich nicht auf die politischen Grenzen des Landes beschränkt. Vietnam aber auch andere Nachbarstaaten haben Chinas Kunst und Kultur übernommen. In ihren Tempeln stehen bis heute die Statuetten zürnender Himmels -und Höllenfürsten, die durch ihren Zorn dem Guten den Weg bereiten. Wenn Vaisravana übers Wasser schwebt oder Guanyin streng auf die Gläubigen herabblickt, öffnet sich das Fenster zu einer Kultur, die uns immer noch fremd ist. Beim genauen Hinsehen aber kann man Parallelen und Ähnlichkeiten zu anderen Kulturen entdecken. Sie alle entspringen den Mythen, die von Menschen geschaffen wurden, um das Unbegreifliche zu verstehen.

Trotz der enormen Zerstörungen durch die chinesische Kulturrevolution haben sich in entfernt liegenden Tempeln bedeutende Kunstwerke erhalten. Auf hohem Niveau zeigt das Haus der Völker Beispiele aus China und den angrenzenden Ländern.

Das Erbe Chinas
10. Januar bis 16. Mai 2010

Museum der Völker
St. Martin 16
A - 6130 Schwaz

T: 0043 (0)5242 6609-0
F: 0043 (0)5242 6609-1
E: info@museumdervoelker.at
W: http://www.museumdervoelker.com/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  10. Januar 2010 16. Mai 2010 /
10727-1072701.jpg
10727-1072702.jpg
10727-1072703.jpg
10727-1072704.jpg