30. November 2018 - 4:04 / Bücher
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Der Ausruf "Da capo!" ist eine Beifallsbekundung durch ein Publikum. Das Stück war so gut, dass man es noch einmal von Beginn an hören will. (Quelle: Wikipedia)
Er ist die deutsche Stimme von Robert Redford, Gérard Depardieu und vor allem von Robert de Niro: Christian Brückner.

Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud gründete Christian Brückner 2001 in Berlin den Hörbuchverlag Parlando. Dadurch ist es ihm möglich, das Repertoire der Hörbücher selbst zu bestimmen.

http://www.parlandoverlag.de

Anlässlich seines 75. Geburtstages macht der Argon Verlag dem legendären Christian Brückner ein besonderes Geschenk: Eine Schmuckausgabe mit fünf Produktionen, die Christian Brückner besonders viel bedeuten – Lieblingsbücher, die ihn ein Leben lang begleitet haben. Hier stellt Ihnen Christian Brückner seine Auswahl vor:

Herman Melville – Bartleby "Nicht sehr viele kennen diese kleine Novelle. Trotzdem erzählt sie viel übers Menschendasein. Es war für mich keine Frage, dass Bartleby beim parlando-Kanon dabei sein musste. Ich bin dem Autor noch heute dankbar, dass er uns dieses Stück Literatur hinterlassen hat".
In der Tat eine wundervolle Novelle! Schade, dass der gewaltige Moby Dick andere Werke von Melville verdrängt.

Charles Baudelaire – Die Blumen des Bösen "Ein früher und großer Großstadtdichter. Elend, Krankheit, Verbrechen, Drogen, Prostitution; alles, was im Schatten existiert und beim Blick von außen doch voll exotischer Schönheit sein kann. Fünf Stunden Lyrik ohne Erbarmen. Baudelaire ist gewaltig, genial!"
Baudelaire (geb. 1821), der Suchende. Suchend bis zur Sucht. Was er zu finden hoffte, war sich selbst, das Schöne und das Böse, die Liebe. Seine Rauscherfahrungen beschrieb er 1861 in Die künstlichen Paradiese (Les paradis artificiels). Er war Mitglied im Club der Haschischesser. Oh doch, dieser Club existierte tatsächlich. Die Legendären Abende des Club des Hachichins fanden im Pariser Hotel "Pimodan" statt. Honoré de Balzac war einer der "Teilnehmer" doch wohl der einzige, dem sein geliebter Kaffee als Rauschmittel vollends ausreichte.

John M. Coetzee – Schande "Analytisch, eine Vivisektion. Zugleich unendlich empathisch, angesichts menschlicher Schwächen und Vergehen. Ein eigenartiges, bizarres Buch; bis zu Coetzees Literatur-Nobelpreis bei uns kein Erfolg. Das wussten wir, aber wir wollten es machen. Es ist uns lieb bis heute".

Walter Benjamin – Berliner Kindheit um neunzehnhundert "Walter Benjamin und Berlin. Deutschland am Vorabend seiner bittersten Zeit, die längst den Horizont verdunkelte. Der Abgesang auf eine Epoche, kurz vor der Vernichtung ihrer Kultur. Für was immer Benjamin galt und steht: hier ist er Dichter der Sehnsucht und Erinnerung".

"Auf das Urteil eines Rezensenten pfeift ein gesunder Leser", sagte Benjamin. Seine letzten Worte sollen gewesen sein: Wieso lebe ich noch, ich müsste doch gestorben sein."

Hubert Reeves – Wo ist das Weltall zu Ende? "Ein junger und ein alter Mensch reden über die Welt, das Weltall und viele Fragen, die sich bei diesem großen Thema stellen. Der Reiz zweier ganz unterschiedlicher Stimmen, die eine neugierig, die andere abgeklärt, (und eine gehört obendrein meiner Enkelin). Und beide kreisen um die Faszination des Universums. Das gehört für mich unbedingt in diese kleine Sammlung".

"Da capo, Herr Brückner!"

Herzlich,
Ihre Rosemarie Schmitt

Da Capo - Ungekürzte Lesung
Sprecher: Christian Brückner
Regie: Waltraut Brückner
Laufzeit: 20 Stunden, 5 MP3-CDs Digifile im Schuber
49,95 € (unverbindliche Preisempfehlung) ISBN 978-3-8398-7115-7



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Foto: R. Schmitt