Buchtipp im September 10

18.09.2010 Irene Selhofer

Der Roman «Ein Chinese auf dem Fahrrad» von Ariel Magnus ist ein guter Einstieg in die argentinische Gegenwartsliteratur, von der wir einiges zu lesen bekommen werden, nachdem Argentinien heuer der Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse ist. Der Leser erfährt in diesem Buch nicht nur über den Alltag in Buenos Aires aus der Sicht eines Paraguayaners sondern erlebt einen wahren Kultur-«Clash».


Der Protagonist wird Zeuge der Verhaftung eines Chinesen mit Fahrrad wegen Brandstiftung und muss zur Verhandlung erscheinen. Auf der Toilette des Gerichts überwältigt der Verurteilte unseren Helden und entführt ihn nach Chinatown. Der Gefangene verliebt sich in eine chinesische Mitbewohnerin während der Delinquent versucht, die wahren Täter der Brandserie ausfindig zu machen. Seine Nachforschungen lassen vermuten, dass sich die jüdischen Zuwanderer rächen, die sich von den Asiaten verdrängt fühlen. Währenddessen kämpft sich das verliebte Paar durch kulturelle und sprachliche Missverständnisse. Erstaunlich, wie viele Ideen, und Themen in diesem heiteren Roman Platz haben und dass es zumindest einen Chinesen gibt, der nicht Fahrrad fahren kann.


Magnus, Ariel: Ein Chinese auf dem Fahrrad
Kiepenheuer und Witsch Vlg., 251 S., 2010, EUR 18.50

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