Dada Afrika

Dada wird 100 Jahre alt: Zeit für "Dada Afrika"! Weltweit zum ersten Mal widmet sich diese Ausstellung der Auseinandersetzung der Dadaisten mit aussereuropäischer Kunst und Kultur. Die sinngewaltigen, spartenübergreifenden Inszenierungen der "Soirées nègres" im Cabaret Voltaire attackierten den gängigen Kunstbegriff und die bis dahin geltenden Wertvorstellungen.

Die Darbietung von pseudo-afrikanischen Lautgedichten, Trommelrhythmen und Maskentänzen – spontan, vital und wild – folgte dem dadaistischen Selbstverständnis, grenzenlos zu agieren. Beim Publikum Befremden auszulösen, war intendiert. Die Masken von Marcel Janco, aber auch die Kostüme von Sophie Taeuber-Arp oder die Collagen von Hannah Höch waren von der Suche nach einer neuen Formensprache und elementaren Lebenswelt geprägt. Im exotisch Fremden entdeckten die Dada-Künstler und -Künstlerinnen eine befreiende Gegenwelt. Damit wollten sie die eigene Gesellschaft und Kunst erneuern. In dieser Ausstellung treten dadaistische Arbeiten in Dialog mit Kunst, Musik und Literatur aus Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien.

Das Museum Rietberg besitzt einen umfangreichen und sehr bedeutenden Bestand des Sammlers Han Coray. Coray war nicht nur einer der bedeutendsten Sammler afrikanischer Kunst, sondern auch ein wichtiger Mäzen, Kunsthändler und Förderer der Dadaisten. In seiner Galerie fanden 1917 die wichtigsten Dada-Ausstellungen statt. Erstmals wurden hier afrikanische Kunstwerke in einem gleichwertigen Dialog mit dadaistischen Arbeiten präsentiert.

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Museum Rietberg Zürich und der Berlinischen Galerie und Teil des 100-Jahr-Jubiläums von Dada.


Dada Afrika
Dialog mit dem Fremden
18. März bis 17. Juli 2016