1. November 2010 - 2:27 / Ausstellung / Sonstige 
18. Juli 2010 7. November 2010

Nach rund 25 Jahren des leidenschaftlichen Sammelns verfügt der promovierte Chemiker und habilitierte Mediziner Thomas Olbricht über eine der renommiertesten und außergewöhnlichsten Privatsammlungen Europas. Einer klassischen Programmatik folgt er beim Erwerb seiner Werke, die sowohl die Medien Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, Installation und Video umfasst, nicht.

Essentielle Phasen der Menschwerdung werden darin seziert und konventionelle Trennungen von Epochen, Künstlergruppen oder Genrebezeichnungen bewusst außer Acht gelassen. Thomas Olbricht kümmert sich weder um modische Trends noch um die markttechnische Performance von Werken und Künstlern. In seiner Sammlung bietet er mit Wissen, Kreativität und Passion seine eigene Reflexion der Welt; immer mit dem Wunsch verbunden, bei den Betrachtern Ahnen und Staunen, Wahrnehmen und Verstehen auszulösen. Die Kollektion, die Arbeiten vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis zur jüngsten Gegenwartkunst versammelt, gleicht einer Reise durch die Kunst- und Kulturgeschichte der letzten 500 Jahre.

"Lebenslust & Totentanz" ist mit 250 Werken die bisher umfangreichste Präsentation des rund 3000 Werke umfassenden Sammlungsarchivs von Thomas Olbricht. Den beiden Kuratoren Wolfgang Schoppmann (Kurator der Sammlung Olbricht) und Hans-Peter Wipplinger hat der Sammler bei der Auswahl der Werke für die Ausstellung in der Kunsthalle Krems dabei vollkommen freie Hand gelassen. Das Ergebnis der Schau bietet eine sinnliche Entdeckungsreise im weiten Feld der Kunst, die sich mit Exponaten aus der Renaissance bis in die postmoderne Gegenwart hinein erstrecken und durch das dialogische und wahlverwandtschaftliche Kompositum aus Alt und Neu, spannende Sichtweisen und Gegenblicke ermöglichen.

"Lebenslust & Totentanz ist eine Ausstellung über die existenziellen Themen des Seins, über die Schönheiten und Freuden des Lebens, über die Stadien menschlicher Existenz von Kindheit, Reife und Alter und damit über die verstreichende Zeit, über die Flüchtigkeit des Daseins und die Unausweichlichkeit des Todes," erklärt Hans-Peter Wipplinger im ausstellungsbegleitenden Katalogbuch.

Motivisch und inhaltlich assoziativ verbunden werden in der groß angelegten Präsentation Werke von Albrecht Dürer mit Damien Hirst, Ernst Ludwig Kirchner mit Terry Rodgers, Francisco de Goya mit Jake & Dinos Chapman, Gerhard Richter mit Thomas Ruff und Marlene Dumas, Jonas Burgert mit Paloma Varga Weisz, Ashley Bickerton mit Marianna Gartner oder Bettina Rheims mit Cindy Sherman. Große Namen treffen auf Neuentdeckungen und gehen formale wie thematische Korrespondenzen ein. Eine Kunst- und Wunderkammer-Rekonstruktion mit wertvollen Arbeiten aus der Renaissance und dem Barock verweist darüber hinaus auf die Anfänge des musealen Denkens und Sammelns. Dieser kontextuelle Ansatz spiegelt nicht zuletzt die Inspiration und den besonderen Klang der gesamten Ausstellung wider.

Katalog: "Lebenslust & Totentanz. Die Olbricht Sammlung." Erscheint im Walther König Verlag mit Beiträgen von Burghart Schmidt, Rainer Metzger, Nicole Fritz, Karin Pernegger, Hans-Peter Wipplinger und einem Interview mit dem Sammler Thomas Olbricht. 192 Seiten, EUR 24,90 (ISBN: 978-3-901261-46-6)

Lebenslust & Totentanz. Olbricht Collection
18. Juli bis 7. November 2010

Kunsthalle Krems
Franz-Zeller-Platz 3
A - 3500 Krems-Stein

T: 0043 (0)2732 9080-10
F: 0043 (0)2732 9080-11
E: office@kunsthalle.at
W: http://www.kunsthalle.at/

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Anonym; Paar Tödlein, Italienisch, um 1600. Olbricht Collection; Courtesy Kunstkammer Georg Laue, München
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Herman Henstenburgh; Vanitas-Stillleben, Ende 17. Jh./Anfang 18. Jh. Olbricht Collection; Courtesy Sotheby?s Amsterdam. Foto: Achim Kukulies
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Damien Hirst; Skull with Knives, 2005. Olbricht Collection; Courtesy Haunch of Venison. © VBK Wien, 2010
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Terry Rodgers; Shades of Olympus, 2004. Öl auf Leinwand, 178 x 251 cm. Olbricht Collection; Courtesy TORCH, Amsterdam. Foto: Achim Kukulies; © Terry Rodgers
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Thomas Ruff; nudes wr 30, 2000. Olbricht Collection; Courtesy Contemporary Fine Arts, Berlin. Foto: Friedrich Rosenstiel; © VBK Wien, 2010