Sa, 16.05.2009 / Archiv / Sonstige
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Der 1954 in Wien geborene und heute in der Praterstadt und in Berlin lebende und arbeitende österreichische Künstler Rainer Wölzl setzt seit vielen Jahren auf die Farbe respektive Nichtfarbe "Schwarz". Mit dieser Bevorzugung von Schwarz sowohl im malerischen wie auch zeichnerischen Werk vermeidet er es, dass sein inhaltsbezogenes Schaffen ins Buntschrille, ausufernd Literarische oder Banale abgleitet. Wölzls Werk ist figurativ angelegt, es handelt vom Menschen in der Welt, die in umgibt, von Leben und Tod, Vergänglichkeit, Freude und Trauer, vom ewigen Kreislauf.

Vielfach bilden literarische Texte den Ausgangspunkt für komplexe Zyklen. Etwa von Franz Kafka, Pier Paolo Pasolini, Georg Trakl, Jean Genet, Paul Celan oder Fernando Pessoa. Der Künstler selbst bezeichnet sein Oeuvre in seiner Gesamtheit als "textbezogen". Wölzl gehört nicht zu derjenigen Gruppe von Kunstschaffenden, die rein um der Kunst willen aktiv sind. Wölzl will mit seiner Arbeit etwas Konkretes bewirken, sei dies im politischen, sozialen oder gesellschaftlichen Bereich. Er malt und zeichnet gegen das Verstummen und Verschwinden an. Ganz im Sinne etwa einer "Ästhetik des Widerstands", abgeleitet vom zentralen Werk des Schriftstellers Peter Weiss.

Die Farbe Schwarz ist seit Jahren eine dominante Konstante im Werk von Rainer Wölzl. Neben den pastosen, tendenziell monochromen schwarzen Gemälden, die Wölzl in den letzten Jahrzehnten gemalt hatte, widmete der österreichische Künstler sich in den letzten Jahren vermehrt der Zeichnung. In diesem Medium kommen die elementaren Qualitäten des Zeichnerischen radikal zur Geltung: Linie und Hell-Dunkel. Meist bestehen die aktuellen Arbeiten aus mehreren Teilen, die sich zu einem monumentalen mächtigen Bildpanorama erstrecken. So taucht etwa der Betrachter in die Tiefe der Allee ein, und wird vom extremen Tiefenzug regelrecht angezogen. Er verliert sich in der düsteren Atmosphäre der Landschaft. Der Schatten in seiner Bedeutungsvielfalt, als Projektionsbild, als ein nicht direkt beleuchteter Bereich, als die einem bestimmten Einwirken abgewandte Seite, als ständiger Begleiter und im Kontext von Erinnerung - als etwas kaum mehr Erkennbares, sind das Thema seiner aktuellen Werke.

In der Galerie.Z zeigt Wölzl eine Auswahl von Arbeiten, die um das "Museum der Schatten" entstanden sind. Im Zentrum steht die vor kurzem fertig gewordene Zeichnung "Gras des Vergessens." (2008/09, 200 x 420 cm, Kohle/Papier).


Rainer Wölzl - Museum der Schatten
23. April bis 23. Mai 2009

Galerie.Z
Landstraße 11
A 6971 Hard
T 0043 (0)650 6482020

Öffnungszeiten:
Di u Do 18 – 20 Uhr
Samstag 10 – 12 Uhr
und nach Vereinbarung



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Allee
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Das Gras des Vergessens
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Das Stueck Bronze
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Leonardo