20. Februar 2009 - 1:33 / Ausstellung / Installation 
10. Dezember 2008 22. Februar 2009

In Kooperation mit der Kunsthalle Bremen zeigt das Sprengel Museum Hannover eine Auswahl von Video- und Multi-TV-Installationen sowie grafische Arbeiten des in Seoul geborenen Fernseh- und Videokünstlers Nam June Paik (1932 – 2006). Paik, dessen Werk von einem Interesse an der technologischen Entwicklung geleitet war, zählt zu den ersten Protagonisten der Medienkunst.

Bereits in den frühen 1960er Jahren, als grenzüberschreitende Kunstformen die Vorstellungen von Kunst grundlegend veränderten und das Fernsehen die gesellschaftliche Realität massiv zu beeinflussen begann, thematisierte er die Bilderflut der modernen Medienwelt. Der Künstler manipulierte Fernsehbilder und verarbeitete die Technik und ihre Gehäuse in skulpturalen Objekten und Installationen. In seinen Werken hinterfragt er Begriffe wie Information und Kommunikation, aber auch den Einfluss des Menschen auf die den Alltag bestimmende Technisierung.

Nam June Paik (* 20. Juli 1932 in Seoul) war ein aus Südkorea stammender US-amerikanischer Musiker und bildender Künstler und gilt als ein Begründer der Video- und Medienkunst. Er war ursprünglich Musikkomponist und studierte bei Karlheinz Stockhausen in Köln. Erst später, als Mitglied der Fluxus-Bewegung, wurde er bildender Künstler. 1962 folgten Fluxus-Konzerte in Wiesbaden, Amsterdam, Kopenhagen, Paris und Düsseldorf. 1963 installierte er in der Wuppertaler Galerie Parnaß 12 Fernsehgeräte mit technisch manipulierten Schirmbildern.

Nam June Paik war von 1979 bis 1996 Professor an der Kunstakademie Düsseldorf, lebte aber hauptsächlich in New York. Paik wird immer wieder als "Vater der Videokunst" bezeichnet. Doch schuf Les Levine die erste Closed-Circuit-Installation, und auch Wolf Vostell arbeitete zeitgleich an der technischen Manipulation von Bildröhren. Paik verstarb am 29. Januar 2006 im Alter von 73 Jahren in Miami, Florida.


Nam June Paik. Werke aus der Kunsthalle Bremen
10. Dezember 2008 bis 22. Februar 2009

Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
D - 30169 Hannover

T: 0049 (0)511 168438-75
F: 0049 (0)511 168450-93
E: Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de
W: http://www.sprengel-museum.de/

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Video-Synthesizer, 1969/92. Original-Synthesizer in zwei fahrbaren Gestellen, teilweise auseinandergebaut, 12 Monitore verschiedender Größe, 2 Video-Disc-Player. Kunsthalle Bremen; © Nam June Paik Studios, Inc. Foto: Jürgen Nogai
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Real Fish, Live Fish II, 1982/1999, Video-Installation. Altes TV-Gehäuse mit Aquarium, Kamera (Panasonic) auf kleinem Stativ mit Monitor (13'' Samsung). Kunsthalle Bremen; © Nam June Paik Studios, Inc. Foto: Jürgen Nogai
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Nische für Bremen, 1998. 14 Monitore, 2 Laserdiscplayer, 5 Neonröhren, 5 Fernsehergehäuse, Elektronikschrott in Eisengestell mit Plexiglasverkleidung. Dauerleihgabe aus Privatbesitz; © Nam June Paik Studios, Inc. Foto: Jürgen Nogai