24. März 2015 - 14:40 / Aktuell 

Der Holocaust-Überlebende und Begründer der Logotherapie Viktor Frankl wäre heuer 110 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wird ihm in seinem ehemaligen Wohnhaus am Wienr Alsergrund ein Museum gewidmet. Eröffnet wird es kommenden Donnerstag, den 26. März.

Die Logotherapie, die Suche nach dem Sinn des Lebens, leitete Frankl ein Leben lang. Geprägt war seine Lehre von positiven, motivierenden und versöhnlichen Ansätzen. Im neuen Museum werden auf noch immer bewegende Fragen Frankls Antworten vermittelt. "Er will unseren kritischen Blick von dem, was misslungen ist, was daneben geht, was fehlt, zu dem hinwenden, was auch da ist und wahr ist", so Elisabeth Gruber vom Viktor Frankl Zentrum.

Das auf rund hundert Quadratmeter neben dem bereits bestehenden Viktor Frankl Zentrum mit dem entsprechenden Seminarzentrum etablierte Museum entstand innerhalb eines Jahres. Der Ort (9., Mariannengasse 1) ist jenes Haus, in dem Frankl nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu seinem Tod im Jahr 1997 lebte. Faktisch vis-à-vis befand sich ehemals die Wiener Poliklinik, wo der Psychiater arbeitete.

Viktor Frankl selbst hatte in jungen Jahren ein schweres Schicksal zu bewältigen. Als Jude war er in mehreren Konzentrationslagern interniert. Seine Eltern, sein Bruder und seine erste Frau wurden von den Nazis ermordet. Nach dem Krieg lernte er seine zweite Frau kennen, die gemeinsame Tochter wurde geboren. "Wenn die ganze Familie vergast ist und da kommt ein neues Wesen - das hat für ihn viel bedeutet", hebt Witwe Elly Frankl dieses Ereignis hervor.