Origen, das Kulturfestival in den Bergen, gastierte zu Allerseelen im eindrucksvollen Rittersaal des Bischöflichen Schlosses in Chur. Stimmungsvoll war auch das Dargebotene mit Raritäten des italienischen Barocks.
Maria Stuart und Elisabeth, historisch schicksalsverwoben, in Gaetano Donizettis Oper als psychologisches Doppelportrait zweier starker Frauen gezeichnet, finden in der atemberaubenden Inszenierung von Ulrich Rasche und dem hervorragenden Duo Lisette Oropesa / Kate Lindsey eine Darstellung mit dramatischer Wucht.
Borrowed Light – Ein Stück über Gemeinschaft und Hingabe, das zeitgenössischen Tanz und originale Shaker-Songs miteinander verbindet, so der Untertitel, und wer sich mit offenen Augen und Ohren durch diese gute Stunde tragen ließ, hat nachhaltig Eindrucksvolles erlebt.
Die wahrhaft große Oper bei den Bregenzer Festspielen wird im Festspielhaus gegeben. Diesmal George Enescus monumentales Werk Œdipe, das in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg als eindrückliche, psychologisch hochkomplexe Geschichte erzählt wird, die unter der Leitung des finnischen Stardirigenten Hannu Lintu in wunderbarer Musik verschmilzt.
Er hat es doch gewagt! Der französische Choreograf und Noch-Intendant des Tanztheaters Wuppertal, Boris Charmatz, führt das ikonische „Café Müller“ – die Premiere war am 20. Mai 1978 – von Pina Bausch zusammen mit zwei seiner frühen Stücke aus 1996/97 zur Eröffnung des ImPulsTanz Festival im Burgtheater auf.
Eine Sternstunde erlebte das Publikum zur Eröffnung des Carinthischen Sommer nicht nur mit der Uraufführung von HK Grubers FINTango, der Komponist und Dirigent übernahm auch kurzfristig den Gesangspart bei seinem legendären Pandämonium „Frankenstein!!“. Dass der Bariton Georg Nigl ausgefallen ist, trug insofern dazu bei, dass wir diese witzig-gruselige Vertonung von H.C.
Das ikonische Videoballett von Hans van Manen und seine neue Arbeit zu Gustav Mahlers 4. Symphonie für das Wiener Staatsballett war der Einstand, den Martin Schläpfer 2020 als Ballettdirektor gab, fünf Jahre später konnten wir diesen außergewöhnlichen Balletttheaterabend in der Wiener Staatsoper noch einmal erleben.
Tschaikowskys psychologisches Spielerdrama um Leidenschaft, Einsamkeit und Ausgrenzung wird mit russischer Starbesetzung zum bewegenden Ereignis in der Wiener Staatsoper. Tschaikowski selbst betrachtete seine Pique Dame als ein Meisterwerk, wie er in einem Brief an seinen Bruder und Librettisten Modest formuliert.
Aus Vivaldis Musik und den Texten von Ovid hat Regisseur Barrie Kosky sein „Hotel Metamorphosis“ gewoben. Herausgekommen ist ein Pasticcio, das vergessene Kompositionen ganz neu vermittelt und mit den Mythen Ovids eindrücklich, aber auch sehr unterhaltsam in Szene setzt. Der kongeniale Partner für das Uraufführungserlebnis ist Dirigent Gianluca Capuano.
Die Neuproduktion des Wagner´schen Tannhäuser an der Wiener Staatsoper begeistert mit dramatisch präziser musikalischer Interpretation Philippe Jordans und einer überaus bildreichen und schlüssig erzählten Inszenierung von Lydia Steier. Ein Opern-Gesamtkunstwerk, dargeboten in voller Pracht und Schönheit.