14. November 2008 - 3:50 / Ausstellung / Archiv 
28. Oktober 2008 16. November 2008

Die Ausstellung "Dieses obskure Objekt: Kunst" präsentiert 17 zeitgenössische russische Künstler mit rund 40 Werken aus den Jahren 1975 bis 2007 im Bassano Saal des Kunsthistorischen Museums. Hauptwerke aus der Sammlung der Moskauer Stella Art Foundation werden erstmals vom 28. Oktober bis zum 16. November 2008 in Wien zu sehen sein.

Die 1970er brachte faszinierende Entwicklungen wie den Moskauer Konzeptualismus und die Sots Art zu Tage. Die Ähnlichkeiten und Gegensätze dieser zwei Bewegungen in der Russischen Kunst des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts bilden die Grundlage für die Ausstellung. Mit "Dieses obskure Objekt: Kunst" zeigt die Stella Art Foundation Arbeiten, die traditionell zur, von der amerikanischen Pop Art beeinflussten Sots Art gezählt werden – das umfasst Werke von Vitaly Komar, Alexander Melamid, Konstantin Zvezdochetov, Alexander Kosolapov und die Skulpturen Boris Orlovs. Im Gegensatz dazu tritt bei den sogenannten Klassikern des Moskauer Konzeptualismus mit Arbeiten von Künstlern wie Andrey Monastyrsky, Yuri Albert, Vadim Zakharov die eigentliche Idee des Künstlers in den Vordergrund und das Visuelle spielt eine zweitrangige Rolle.

Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Luis Buñuel"s letzten Film "Cet obscure objet du désir" (1977), in dem der Held der Geschichte vergeblich versucht die Liebe seiner Angebeteten zu erobern. Um die Zwiespältigkeit der Protagonistin noch zu verstärken, wird der zwischen Affirmation und Negation pendelnde Charakter der Frau von zwei Schauspielerinnen verkörpert. Der Film führt eindrücklich die Sehnsucht nach Anerkennung und Erwiderung von Liebe vor Augen. In gleichem Maße kämpften auch die Sots Art und der Moskauer Konzeptualismus um kritische Anerkennung, und dennoch ist die Zuordnung der Künstler zu bestimmten Bewegungen aufgrund der von ihnen in ihren Werken vereinten Genres - "Dieses obskure Objekt: Kunst" - nicht eindeutig und oft unmöglich.

Stella Art Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung, die 2004 auf Initiative der Moskauer Kunstsammlerin Stella Kesaeva gegründet wurde. Das Hauptziel der Stiftung ist die Förderung zeitgenössischer Russischer Kunst. Die Sammlung der Stella Art Foundation umfasst derzeit einige hundert Arbeiten von ca. 70 westlichen und russischen Künstlern und konzentriert sich im Besonderen auf die Zeit ab 1975 bis heute. Sie illustriert vor allem den Dialog zwischen Ost und West und ermöglicht einen klaren Überblick der Perioden vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Eine permanente Präsentation ist ab 2010 in einem neuen Museum für zeitgenössische Kunst geplant, das in einer von Konstantin Melnikov entworfenen Garage in Moskau eingerichtet wird.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2004 initiiert die Stella Art Foundation Ausstellungen zeitgenössischer Kunst in Russland wie beispielsweise Ilya und Emilia Kabakov im State Hermitage Museum in St. Petersburg und in der Foundation Moscow im Jahre 2004, sowie einer Retrospektive von Vadim Zakharov in Zusammenarbeit mit der staatlichen Tretyakov Galerie in Moskau im Jahre 2006. Weitere Soloausstellungen präsentierten Arbeiten von Künstlern wie Andy Warhol, Tom Wesselman und Jean-Michel Basquiat, Alex Katz, David Salle, Robert Mapplethorpe, Marc Quinn, Andrey Monastyrsky, Anatoly Osmolovsky, Yuri Avvakumov, Eugeny Dybsky, Alexander Gnilitsky, Eugenia Emets, Stas Polnarev, Vadim Zakharov und Arsen Savadov.

Gruppenausstellungen zeigten die Künstler Yuri Albert, Konstantin Batynkov, Eugeny Gorokhovsky, Dmitry Gutov, Vadim Zakharov, Konstantin Zvezdochetov, Alexander Konstantinov, Igor Makarevich, Andrey Monastyrsky, Anatoly Osmolovsky, Pavel Peppershtein, Viktor Pivovarov, Alexander Ponamarev, Dmitry Prigov und Kirill Chelushkin. Als Teil der 52. Biennale in Venedig 2007, präsentierte die Stella Art Foundation den Künstler Stas Polnarev in der Ausstellung "Ruin Russia".


Dieses obskure Objekt: Kunst
Meisterwerke zeitgenössischer Russischer Kunst
aus der Sammlung der Stella Art Foundation, Moskau
28. Oktober bis 16. November 2008

Kunsthistorisches Museum
Maria Theresien-Platz
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 525 24-0
F: 0043 (0)1 525 24-503
E: info@khm.at
W: http://www.khm.at/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  28. Oktober 2008 16. November 2008 /
5890-5890avvakumovdomunoleum02.jpg
Yuri Avvakumov, Dominoleum, 2007. Dominoes 38,5 x 134,5 x 110,5 cm
5890-5890bakhchanyanamericans31.jpg
Vagrich Bakhchanyan, From the series 'Americans as Seen by a Russians', 1983. Black marker, ink on paper. 88 x 58 cm
5890-5890chernyshevapanorama01.jpg
Olga Chernysheva, From the series 'Panorama', 2005-2006. Oil on canvas, 120 x 150 cm
5890-5890kabakovtkan.jpg
Ilya and Emilia Kabakov, Charles Rosenthal. Woman in Fur Coat. 1929, 1998. Canvas, oil, wood, fiberboard, light bulb, 162 x 137.5 x 17.3 cm
5890-5890orlovbust1.jpg
Boris Orlov, Imperial Bust (Sailor), 1975. Wood, enamel, plaster, author?s podium. Podium: 112 x 41 x 41 cm; bust: 87 x 70 x 30 cm