1. Dezember 2020 - 9:10 / Aktuell / Musik 

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker ist das weltweit bekannteste dieser Art. Der traditionelle Gruss aus der Stadt der Strauss-Dynastie erreicht am 1. Januar mit der Live Übertragung des ORF regelmässig mehr als 50 Millionen Zuschauer in 92 Ländern. Auch am 1. Januar 2021 soll diese Tradition weiter geführt werden. Der österreichische Vizekanzler und Kulturminister Werner Kogler geht davon aus, dass das Neujahrskonzert allerdings vor leeren Rängen stattfinden wird. Wenn Salzburg gegen Bayern München im leeren Stadion spielen könne, müsse auch das Neujahrskonzert möglich sein, meinte Grünpolitiker Kogler gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".

Zuletzt hatten auch die Philharmoniker selber mehrfach betont, zur Not im leeren Wiener Musikverein zu spielen. Dieser fasst mit normaler
Bestuhlung 2000 Menschen.

Erstmals zur Aufführung gebracht wurde dieses Neujahrskonzert am 31. Dezember 1939. Historiker ordnen den damaligen Beginn der Nazi-Propagandamaschinerie von Joseph Goebbels zu. Inzwischen wird das Konzert vom Österreichischen Rundfunk (ORF) seit 1959 mit immer mehr Zutaten wie Balletteinlagen oder Filmen mit touristischem Wert als globales Gemeinschaftserlebnis, aber auch als raffinierte Werbebotschaft für die Wiener Kultur in die ganze Welt übertragen.

Als Dirigent für den 1. Januar 2021 ist Riccardo Muti vorgesehen. Für Muti ist es seit 1993 bereits das fünfte Mal, das er am Dirigentpult steht.