1. Oktober 2020 - 0:08 / Ausstellung / Kunst 

Die Skulpturen und "Wandparallelen Objekte" des 1948 geborenen Künstlers Walter Kölbl sind von rationalen Konzepten, mathematischen Zahlen- und Proportionsverhältnissen, Harmonielehre, aber auch von einer sinnlichen Qualität der Form, Struktur, Oberfläche und Farbe geprgt. Im Rahmen einer Kooperation mit der Wiener Galerie Ulrike Hrobsky werden in der Galerie und im Skulpturengarten der NN-Fabrik im burgenländischen Oslip (Bezirk Eisenstadt) derzeit unter dem Titel "Legale Winkel" Arbeiten des konkreten Bildhauers gezeigt.

Zu sehen sind unter anderem Arbeiten aus Kölbls "Bugatti Veyron-Serie". Das Konzept dazu entstand auf Anlass einer Ausstellung im Bregenzer Künstlerhaus, die sich auf die Marchesa Casati, einer italienischen Adeligen mit Vorarlberger Wurzeln bezog. Diese führte ein luxuriöses und exzentrisches Leben. Sie war, so wie der Gründer der Automarke Ettore Bugatti, 1881 in Mailand geboren.
2005 brachte Bugatti eine Sonderedition namens "Veyron" heraus, wobei die zweifarbige Lackierung in acht Grundfarben und einem jeweils weiteren Farbton erhältlich war.
Basierend auf diesen Informationen konzipierte Walter Kölbl seine Serie, die jeweils aus paarweise angeordneten Aluminiumtafeln mit speziellen Farblackkombinationen bestehen, wie sie in der Bugatti-Edition angeboten wurden, wie silver-dark blue, pearl-polarblue, blue-midnight, red-black. Kölbls elaborierte Vorgangsweise zeigt sich auch darin, dass die Farben der Lacke nicht nur ähnlich dem Original sind, sondern sie wurden nach den teilweise geschützten Werk-Codes farbident hergestellt.

Die Skulptur "Legale Winkel" aus Stahl und Lack wiederum entfaltet sich aus quadratischen und rechteckigen Flächen in einem logisch-raffinierten geometrischen Spiel durch Drehen, Kippen und Verschieben ins Dreidimensionale. Mit einfachen Grundelementen wird in aufeinander folgenden Varianten ein geometrisches Rätsel erstellt. Die Form evoziert das klassische Ideal von Ruhe, Klarheit und Bewegung.

Der 2016 verstorbene Professor Reiner Zettl schrieb über den aus Vorarlberg stammenden Bildhauer: "Walter Kölbls Arbeiten stellen einen Versuch dar, Materie und Konzept einander anzunähern. Ohne ihre Eigenart aufzugeben, gehen beide Elemente eine Verbindung ein, deren Besonderheit auf Entscheidungen des Künstlers beruhen. Er wählt ein gegebenes geometrisches System und antwortet ihm mit einem visuellen System, das den Aufbau seiner materiellen Struktur logisch vorführt." Und Walter Kölbl selbst ergänzt: "Der Ausgangspunkt meiner Arbeiten ist immer von einer sinnlichen Suche nach geeigneten Systemen bestimmt, nach planerischen Verfahren unter Beachtung der geeigneten Konstruktionsregeln."

Die Arbeiten von Walter Kölbl sind in der Wiener Galerie Ulrike Hrobsky und im Skulpturengarten der NN-Fabrik in Oslip noch bis zum 4. Oktober zu sehen.

NN-Fabrik
Sachsenweg 18
A - 7064 Oslip

W: http://www.nn-fabrik.at

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Walter Kölbl: Legale Winkel (Blick in die Ausstellung. Foto: NN-Fabrik)
Walter Kölbl: Legale Winkel (Blick in die Ausstellung. Foto: NN-Fabrik)
Walter Kölbl: Legale Winkel. Blick auf die Bugatti-Veyron-Serie (Bild: NN-Fabrik)
Walter Kölbl: Legale Winkel. Blick auf die Bugatti-Veyron-Serie (Bild: NN-Fabrik)
Walter Kölbl: Legale Winkel (Bild: NN-Fabrik)
Walter Kölbl: Legale Winkel (Bild: NN-Fabrik)
Bildhauer Walter Kölbl (© Gabriel Rüf/ Stadt Bregenz)
Bildhauer Walter Kölbl (© Gabriel Rüf/ Stadt Bregenz)