Es ist ein Gemeinplatz, der zugleich erschreckend und faszinierend ist: Alles, was in Bildern festgehalten wurde, existiert nicht mehr oder nicht mehr in der dargestellten Form. In der Kunst wird das Thema Vergänglichkeit oft sinnbildlich umgesetzt, etwa als Memento mori oder als melancholische Meditation über das Verschwinden von Dingen. Auch Bilder von Träumen, Begegnungen mit Menschen oder Erkundungen der Natur zeigen nur vorübergehende Momente. Manchmal wird das Flüchtige explizit zum Thema einer Darstellung, die es dennoch festzuhalten sucht. Wolken wandeln sich ständig, Schnee schmilzt bald und Bäume blühen nur kurze Zeit.
In Zeiten des Klimawandels ist das Bewusstsein dafür, dass sich unsere gesamte Umwelt rasant verändert, allgegenwärtig geworden. Deshalb betrachten wir insbesondere Werke der Landschaftskunst heute mit anderen Augen. Sie zeigen eine Natur, die schon immer von Menschen beeinflusst wurde. Eine Landschaft ist nicht mehr nur ein schöner Anblick, sondern ein bedrohtes Ökosystem.
Die Ausstellung im Lenbachhaus in München ist um derartige Augenblicke des Erkennens herum aufgebaut. Gezeigt werden bekannte, selten oder bisher noch nie gezeigte Werke des 19. und 20. Jahrhunderts aus den Sammlungen des Lenbachhauses, des Historischen Vereins von Oberbayern, der Christoph Heilmann Stiftung, der Münchener Secession, der Gabriele Münter- und Johannes Eichner Stiftung, der KiCo Stiftung und des Fördervereins Lenbachhaus e. V.
Die Kunst arbeitet mit Vergänglichem und dem Wissen um Vergänglichkeit. Darin trifft sie auf die Idee des Museums, das Kunstwerke sammelt, bewahrt und vermittelt.
Mit Werken von: Albrecht Adam, Antoine-Louis Barye, Joseph Beaume, Rosa Marie-Rosalie Bonheur, Heinrich Bürkel, Maria Caspar-Filser, Lovis Corinth, Jean-Baptiste Camille Corot, Johan Christian Dahl, Alexandre-Gabriel Decamps, Narcisse Virgilio Diaz de la Peña, Jules Luis Dupré, Maria Eichhorn, Thomas Fearnley, Thomas Theodor Heine, , Jacques Hérold, Wilhelm Jakob Hertling, Paul Hoecker, Wassily Kandinsky, Wilhelm Leibl, Franz Marc, Pierre-Jules Mêne, Christiane Möbus, Christian Ernst Bernhard Morgenstern, Gabriele Münter, Jean Bloé Niestlé, Blinky Palermo, Leo Putz, Gerhard Richter, Richard Riemerschmid, Carl Rottmann, Théodore Rousseau, Eduard Schleich d. Ä. ., , Johann Sperl, Carl Spitzweg, Toni Stadler, Wilhelm Trübner, Timm Ulrichs, Johann Georg von Dillis, Wilhelm von Kobell, Franz von Lenbach, Gabriel von Max, Max Joseph Wagenbauer und Fritz Winter.
Was zu verschwinden droht, wird Bild.
Mensch – Natur – Kunst
Bis Frühjahr 2027