19. November 2019 - 5:12 / Ausstellung 
19. November 2019 29. März 2020

Unser Bild von Amerika bestimmen die Bilder der Unterhaltungsindustrie: vom Film und Fernsehen bis zur Werbung und Zeitung, von den Ikonen Hollywoods bis zum Cover vom Time-Magazine mit dem Elektrischen Stuhl. Keine andere Nation hat so sehr auf die Macht und Wirkung von Bildern und Symbolen gesetzt wie die USA.

Mit über 200 Werken der amerikanischen Kunst von 1960 bis heute verdeutlicht die groß angelegte Ausstellung, wie sehr sich unsere Vorstellungen von Wahrheit und Wirklichkeit, von Tatsachen und Fake News, der Bildkultur Amerikas und dem neuen Umgang mit all diesen Images verdanken.

Künstler von Andy Warhol und Robert Rauschenberg über Alex Katz bis Robert Longo und Cindy Sherman begleiteten und kommentierten diesen Wandel der Gesellschaft mit radikal neuen ästhetischen Strategien und künstlerischen Techniken.

Nachdem 100 Jahre lang Paris als die Kunsthauptstadt der Welt galt, löst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs New York Paris als Leitstern für die Kunst ab. Für einen kurzen historischen Augenblick schien es, als ob mit dem Siegeszug des Abstrakten Expressionismus die Realität und mit ihr jegliche Form der gegenständlichen Kunst für immer abgedankt hätte.

Die Pop Art wendet sich jedoch in den 1960er Jahren auf völlig neue Weise wieder den Themen des amerikanischen Alltags zu, seinen Mythen, Desastern und Projektionen. Es ist dies sowohl eine Reaktion auf die Realitätsverweigerung der ungegenständlichen Malerei wie eine Antwort auf die neue Unterhaltungsindustrie und den konsumorientierten „American Way Of Life“ nach dem Weltkrieg.

Die breit angelegte Schau der Albertina veranschaulicht, wie sehr die Pop Art und ihre Folgen sowohl die Traumata und Katastrophen der amerikanischen Gesellschaft verarbeitet, als auch die kommerzielle Bildproduktion der Werbung, ja selbst die Low Art der Cartoons für ihre Zwecke adaptiert. Die Bilder Rauschenbergs und Longos erzählen von der Ermordung Kennedys und dem Vietnam Krieg, vom Watergate-Skandal oder der Verherrlichung der „Guns“ als tödliches Werkzeug der Freiheit und Unabhängigkeit.

Die Ausstellung Amerikanische Kunst aus der Albertina führt von Warhol und Lichtenstein über Alex Katz - mit seinem plakativen Realismus der Erfinder des Cool Painting - bis zu Eric Fischls psychologischen Schilderungen einer sexuell verstörten Middle-Class. Der wichtige Beitrag von amerikanischen Künstlerinnen wird durch Cindy Shermans RollenSelbstbildnisse repräsentiert. Nan Goldin dokumentiert schonungslos das Leben und Sterben ihrer Freunde an Aids, jener als „Schwulen-Pest“ bezeichneten tödlichen Krankheit, die in den 1980er Jahren zehntausende Männer hinweggerafft hat. Kunst will hier die Wirklichkeit nicht nur zeigen. Kunst will die Wirklichkeit verändern!

Warhol bis Rauschenberg: Amerikanische Kunst aus der Albertina
19. November 2019 bis 29. März 2020
Kurator: Klaus Albrecht Schröder

Oberösterreichisches Landesmuseum
Museumstraße 14
A - 4010 Linz

W: http://www.landesmuseum.at

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  •  19. November 2019 29. März 2020 /
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