Walserherbst 2025

14. August 2025
15.08.2025 bis  06.09.2025
Bildteil

Vom 15. August bis zum 6. September 2025 werden im Rahmen des Walserherbstes im Großen Walsertal Kunst- und Kulturerlebnisse geboten.

Kirchen werden zu Konzertsälen, leerstehende Häuser zu Galerien und der Wald zu einer Theaterbühne. Am Fluss erwarten die Besucher:innen Lehmschlickerbäder, in den Dörfern Workshops und europäisches Kino und im Heustall Literaturperformances, Kulinarik und Konzerte. Bereits zum elften Mal bringt das Festival eine Vielzahl verschiedener Kunst- und Musikrichtungen in den Biosphärenpark Großes Walsertal. In diesem Jahr kommen besonders viele Künstler:innen aus der Schweiz, Polen und Skandinavien.

Der Walserherbst 2025 wird am 15. August, zu Mariä Himmelfahrt, mit einem musikalisch-literarischen Konzert im Zeichen von „Maria Superstar“ eröffnet. „Die ikonische Gottesmutter, das weibliche Aushängeschild der römisch-katholischen Kirche, steht im Zentrum künstlerischer Annäherungen aus Musik und Text”, sagt Musikkuratorin Evelyn Fink-Mennel. Passender Schauplatz ist die Pfarrkirche in Blons.

Im Anschluss sorgt die schweizerische Zéphyr Combo mit ihrer mitreißenden Musik für Schwung. Benannt nach dem griechischen Windgott bringt das Ensemble mit humorvoll-dynamischer Musik genau die richtige Brise zur Festivaleröffnung. Das passt, denn wenn der Walserherbst ins Große Walsertal einzieht, weht tatsächlich ein anderer Wind.

Die beliebte Vernissagenfahrt mit dem Bus findet auch dieses Jahr wieder statt und führt durch die Orte des Tales zu Einzel- und Gruppenausstellungen von über siebzehn Künstler:innen. Der Walserherbst verzichtet weitgehend auf etablierte Ausstellungsräume und bespielt stattdessen Leerstände und vom Verfall bedrohte Gebäude, wie den Gasthof Adler in Blons, der vor dem Abriss steht. Dort zeigen acht Kunstschaffende aus dem schweizerischen Prättigau ihre Werke.

Mystisch wird es beim „Waldstück zur Blauen Stunde“, das im Morgengrauen sowie am Abend aufgeführt wird. Zwei Schauspieler und zwei Sänger – wiederum Schweizer – entführen das Publikum in den Wald und eine geheimnisvolle Welt voller Klänge und Geschichten. Das Eröffnungswochenende erstreckt sich bis Sonntag und endet mit einer „Klingenden Kirche“, die vom Duo Campanula bespielt wird.

Der Walserherbst bringt auch in diesem Jahr hochkarätige Musik aus ganz Europa ins Tal. Die Janusz Prusinowski Kompania aus Polen verbindet traditionelle und zeitgenössische Klänge und lädt zum Tanzen ein. Das Jugendensemble „Austriņa” aus Riga begleitet das Festival mit seinen Stimmen und den sanften Tönen der Kokle, einem traditionsreichen lettischen Zupfinstrument. Das Lofoten Cello Duo erfüllt derweil die Propsteikirche St. Gerold.

Weitere Höhepunkte sind das Duo SchrammelBach, das Wiener Heurigenmusik mit Kompositionen von Johann Sebastian Bach verwebt, sowie die musikalische Wanderung zur Echowand auf 1 500 Metern Seehöhe, die eine Klangkulisse bietet, die zum Experimentieren einlädt.

Ein Wochenende lang können Festivalbesucher:innen im einzigartigen Lehmschlickerbad entspannen. Lehmbauexperte Martin Rauch aus Schlins und seine Tochter Anna-Pia Rauch füllen das Lutzschwefelbad mit Schlick und kreieren so ein unvergleichliches, puristisches Wellness- und Naturerlebnis am Flussufer der tosenden Lutz.

Auch an anderer Stelle im Tal kommt der Genuss nicht zu kurz: Ein Walser Heustall öffnet für „Auf'gspielt & Aufkocht“ seine Tore – ein beliebtes Festivalformat, das den Einflüssen der teilnehmenden Künstler:innen Raum gibt. Mal finnisch, mal polnisch wird hier gemeinsam musiziert und gekocht. Der stimmungsvolle Ort lädt aber nicht nur zum Schlemmen und Tanzen ein, sondern bietet auch die passende Bühne für Leseperformances und andere Beiträge.

Ein weiteres Highlight ist die Radix Musikwerkstatt, ein kreatives Musiklabor mit internationalen Dozierenden. Den krönenden Abschluss bildet das große Radix-Abschlussfest, bei dem rund 90 Musiker:innen gemeinsam musizieren und das gesamte Tal in einen Klangrausch versetzen. Mit dabei ist die Band Orivesi All Stars aus Finnland. Unter der Leitung von Antti Järvelä feiert das Ensemble seine Österreich-Premiere und begleitet das Festival über mehrere Tage hinweg.

Die beliebte Clownfrau Martha Laschkolnig streift erneut durch den Biosphärenpark und bringt das Publikum zum Staunen und Schmunzeln. Martina Spitzer und Dietmar Nigsch geben gemeinsam James Saunders „Wirklich schade um Fred“ zum Besten, während Maria Hofstätter mit ihren fesselnden Leseperformances von Christine Lavants „Wechselbälgchen“ berührt – begleitet vom Musiktrio „Brot & Sterne“. Auch zu sehen ist europäisches Autorenkino.

Programm und Tickets unter www.walserherbst.at