6. Oktober 2020 - 9:24 / Ausstellung / Fotografie 
6. Oktober 2020 21. November 2020

Anlässlich der ersten 30 Jahre Schule für künstlerische Photographie Friedl Kubelka hat Ruth Horak Künstler_innen aus dem Umfeld dieser Privatschule eingeladen, und zeigt exemplarisch, dass die Fotografie Bild, Botschaft und Medium sein kann, Sound und Objekt, autonom oder eine Hommage.

1839, als die Fotografie veröffentlicht wurde, sahen Visionäre bereits, dass ihr Auftritt fulminant und ihr Einfluss auf die Welt enorme Ausmaße annehmen würde. Gleichzeitig nahm sich die Fotografie so sehr zurück, dass man bis heute fast immer an ihr vorbei auf das Abgebildete schaut und sie erst sichtbar wird, wenn sie "nackt", ohne ein kleidendes Bild, ist.

1990, als Friedl Kubelka die Schule für künstlerische Photographie gründete, festigte die Fotografie gerade ihren Status als künstlerische Disziplin. Rund 170 Lehrende wurden seither beauftragt, ihre persönlichen Arbeitsweisen, Motive und Materialien an rund 580 Studierende weiterzugeben. Jedes Jahr bringt die unterschiedlichsten Facetten der Fotografie mit sich – 1990 andere als 2010 mit Anja Manfredi als neue Leiterin der Schule.

Was gleich blieb, ist die Faszination für ein Medium, dessen Anwendungen heute vielfältiger sind als je zuvor, das anspruchsvoll und banal zugleich ist, aufwändig produziert ist oder nebenbei passiert, das zum Alltag, zur Wissenschaft, zur Kunst gehört, und damit stets aufs Neue evaluiert werden muss, wo die Fotografie beginnt, wie weit sie reicht und welchen Einfluss ihre Omnipräsenz auf die künstlerische Fotografie hat.

Künstler_innen aus dem Umfeld der Schule geben einen Einblick, wie sie die Fotografie als Bild und Medium denken und wie ihr persönliches Tribute an das Medium aussieht. Sie alle reflektieren in ihren Beiträgen Bedingungen des fotografischen Mediums und greifen damit Themen auf, mit welchen sich Fotografierende auseinandersetzten müssen – sei das die Authentizität der wiedergegebenen Farben, der Abbildungsmaßstab, die Vervielfachung einer Aufnahme, das Negativ, das jahrzehntelang die Fotografie begleitet hat, die Filmentwicklung, die Kamera, die Objektive und ihre Einstellungen, die Papiere, die Auflösung, das Moiré oder die Vielzahl an Entscheidungen, etwa, welche von beiden die bessere Aufnahme ist.

Während alle fotografieren können sich manche mit der Fotografie beschäftigen
6. Oktober bis 21. November 2020

Galerie Fotohof
Inge-Morath-Platz 1-3
A - 5020 Salzburg

T: 0043 (0)662 849296
F: 0043 (0)662 849296-4
E: fotohof@fotohof.at
W: http://www.fotohof.at/

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Käthe Hager von Strobele, "Moiré 3", 2015
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Anita Witek, Do It In The Dark (Vogue 2018), 2019
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