Vorarlberg trauert um Monika Helfer

Die aus dem Bregenzerwald stammende und vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin ist am Sonntag, dem 2. August 2026, im Alter von 78 Jahren infolge eines Unfalls verstorben. „Mit Monika Helfer verliert Vorarlberg eine herausragende Schriftstellerin und eine unverwechselbare Erzählerin. Eine der bedeutendsten literarischen Stimmen unseres Landes ist verstummt“, würdigen Landeshauptmann Markus Wallner und Kulturlandesrätin Barbara Schöbi-Fink die Verstorbene.

In ihren Werken erzählte Monika Helfer von Familie, Herkunft, Erinnerungen, Vergangenheit, Identität, Liebe, Verlust, Tod sowie vom Leben und den Erfahrungen von Frauen verschiedener Generationen. Ihre Werke sind geprägt von autobiografischen Elementen und einem unverwechselbaren Stil, der durch einen zarten und zugleich klaren, oft schmerzhaften Blick auf menschliche Beziehungen und Schicksale besticht.

Monika Helfer wurde am 18. Oktober 1947 in Au im Bregenzerwald geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sie lebte mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Michael Köhlmeier, in Hohenems. Seit den 1970er-Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Romane, Erzählungen, Kinderbücher, Theaterstücke und Hörspiele. Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt wurde Helfer insbesondere mit ihrer autofiktionalen Familientrilogie „Die Bagage”, „Vati” und „Löwenherz”. Zuletzt erschienen unter anderem die Romane „Die Jungfrau” (Hanser, 2023), die Erzählbände „Bettgeschichten und andere” (Bahoe Books, 2022), „Wie die Welt weiterging” (Hanser, 2024) und die Erzählung „Der Bücherfreund” (Hanser, 2025) sowie das gemeinsam mit Michael Köhlmeier verfasste Stück „Praterstern” (Braumüller, 2025). Für ihre Erzählung „Sie wollten sich trennen” wurde Monika Helfer im März dieses Jahres mit dem Boccaccio.cc-Preis ausgezeichnet.

Für ihre Arbeiten erhielt sie unter anderem den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, den Solothurner Literaturpreis, den Johann-Peter-Hebel-Preis und gemeinsam mit Michael Köhlmeier den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch. Zwei Mal war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Bereits 1973 erhielt sie die Fördergabe des Landes Vorarlberg und 1989 das Vorarlberger Literaturstipendium.

Sie war eng mit der Literaturszene Vorarlbergs und den literarischen Einrichtungen wie dem Literaturhaus Vorarlberg, der Vorarlberger Landesbibliothek und dem Franz-Michael-Felder-Archiv verbunden. Den Weg des Vorarlberger Literaturhauses hat sie von Anfang an mit großer Herzlichkeit mitgestaltet.