Von Gabriele Münter bis Sam Francis

Die Ausstellung „Stiftung Expressionismus. Von Gabriele Münter bis Sam Francis” zeigt die mit dem Kunstmuseum Bern verbundene Stiftung Expressionismus ihre Sammlung zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit. Die Sammlung umfasst 25 herausragende Werke und wurde von der aus der Nähe von Bern stammenden Familie Hans Rudolf und Silvia Tschumi zusammengetragen.

Das Konvolut beinhaltet expressive Positionen eines ganzen Jahrhunderts mit Schwerpunkten im deutschen und Schweizer Expressionismus sowie in der internationalen expressiven Nachkriegskunst. Hans Rudolf Tschumi stammte als Sohn des Berner Sammlerpaares Walter und Gertrud Hadorn (–Tschumi) aus einer kunstaffinen Familie, die bereits 1977 eine großzügige Schenkung an das Kunstmuseum Bern getätigt hatte. In den 1990er-Jahren begannen Hans Rudolf Tschumi und seine Frau Silvia, selbst Kunst zu erwerben. Ausgangspunkt war ihre gemeinsame Begeisterung für die expressive Malerei von Vertreter:innen des Informel und der Neuen Wilden. Im regen Austausch mit Fachleuten aus dem Galerie- und Museumswesen legten sie ihr Augenmerk zunehmend auf Werke des deutschen und Schweizer Expressionismus. So begannen sie mit dem Aufbau einer Sammlung.

Schließlich gründeten sie im Jahr 2007 die Stiftung Expressionismus mit dem Ziel, Lücken in den Beständen des Kunstmuseums Bern zu schließen und ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die anfängliche Gruppe von 15 Werken wuchs im Verlauf der Jahre auf insgesamt 25 Gemälde an, die zwischen 1906 und 1994 entstanden sind. Damit umfasst das Konvolut expressive Positionen eines ganzen Jahrhunderts, die alle das Streben nach der Durchbrechung der ästhetischen Konventionen ihrer Zeit eint.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Schwerpunkte, die für die Stiftungssammlung charakteristisch sind. Den Auftakt bilden eindrucksvolle Werke der deutschen Künstlergruppen „Die Brücke” und „Der Blaue Reiter”. Ausgestellt sind unter anderem Gemälde von Emil Nolde, Max Pechstein, Heinrich Campendonk, Gabriele Münter und Marianne von Werefkin, die mit ihrer expressiven Bildsprache die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts revolutionierten.

Daran schließen Werke von Schweizer Expressionisten an, darunter farbintensive Landschaften und Porträts von Albert Müller und Hermann Scherer. Beide gehörten der Basler Künstlergruppe „Rot-Blau” an. Ihre Werke spiegeln die eigenständige Entwicklung des Expressionismus in der Schweiz wider.

Den Abschluss bilden expressive Positionen der internationalen Kunst nach 1945: Arbeiten von Karel Appel, Sam Francis und Teruko Yokoi verdeutlichen, wie die expressive Tradition über die Grenzen Europas hinaus fortgeführt und neu interpretiert wurde. Die Dauerleihgaben der Stiftung Expressionismus stellen eine maßgebliche Erweiterung der Sammlung des Kunstmuseums Bern um herausragende Gemälde dar. Das Kunstmuseum Bern ist dem Stifterpaar und seiner Familie für ihr unschätzbares Engagement und ihre Großzügigkeit in tiefem Dank verbunden.

Stiftung Expressionismus.
Von Gabriele Münter bis Sam Francis
Bis 5. Juli 2026