26. Juni 2011 - 1:56 / Ausstellung / Archiv 
6. März 2011 3. Juli 2011

Kinderbildnisse sprechen uns unmittelbar emotional an. Sie erzählen Geschichten der dargestellten Personen aus längst vergangenen wie gegenwärtigen Zeiten. Darüber hinaus sind sie geprägt vom Kontext, in dem sie entstehen, und legen Zeugnis ab vom gesellschaftlichen Umgang mit dem Kind und Kindsein. Die Frühjahrsausstellung der Kunsthalle Krems bietet anhand von rund 140 Gemälden, Skulpturen, grafischen Arbeiten und Videos einen vielschichtigen Einblick in den Wandel des Kinderporträts von der Renaissance bis in die Gegenwart. Die Ausstellung ist eine spannende Zeitreise durch die Kultur- und Kunstgeschichte der letzten fünf Jahrhunderte.

Aufgrund des großen Themenbereichs und der Fülle von Kunstwerken konzentriert sich die gezeigte Bildauswahl auf die europäische Tradition der Kindheit und deren Darstellung vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Durch die anregende Gegenüberstellung herausragender Klassiker mit internationalen Künstler (inne)n der jüngeren Generation ermöglicht die Schau neue Perspektiven auf die faszinierende und immer aktuelle Bildgattung des Kinderporträts. Ausgewählte Kinderkleidung, Mobiliar, Spielzeug und Accessoires verdichten das Thema darüber hinaus in der Alltagskultur.

Mehr als dreißig Alte Meister spanischer, flämischer, englischer und französischer Herkunft stammen aus der spanischen Sammlung der Fundación Yannick y Ben Jakober; sie sind im Zuge dieser Präsentation erstmals in Österreich zu sehen. Diese vornehmlich fürstlichen Kinderporträts erfahren eine Ergänzung durch die Arbeiten von rund 50 internationalen und privaten Leihgebern, die den Bogen über genrehafte und romantische bis hin zu modernen und zeitgenössischen Darstellungen spannen, darunter das Von der Heydt-Museum Wuppertal, das Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster, das Liechtenstein Museum, das Kunsthistorische Museum und die Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste in Wien sowie renommierte private Sammlungen wie die Sammlung Würth, die Sammlung Goetz, die Sammlung Essl oder sie Sammlung Olbricht.

Mit Beiträgen von über 90 Künstler(inne)n ermöglicht diese Ausstellung eine umfangreiche Präsentation zu diesem immer aktuellen Bildgengre. Unter anderem mit Werken von Thomas Lawrence, Joshua Reynolds, Gustave Courbet, Franz Lenbach, Max Liebermann, Oskar Kokoschka, Paula Modersohn-Becker, Gustav Klimt, Pablo Picasso, Peter Friedl, Karin Frank, Christian Jankowski, Judy Fox, Ged Quinn, Marianna Gartner, Yoshimoto Nara, Jake und Dinos Chapman, Elke Krystufek, Sofonisba Anguissola, Markus Schinwald, Ursula Hübner, u.v.a.
Kuratoren: Nicole Fritz, Hans-Peter Wipplinger

Katalog: "Von Engeln und Bengeln. 400 Jahre Kinder im Porträt." Hg. Hans-Peter Wipplinger, 160 Seiten, (ISBN 978-3-901261-48-0). Mit Beiträgen von Nicole Fritz, Susanne Längle, Yannick Vu und Hans-Peter Wipplinger

Von Engeln und Bengeln

400 Jahre Kinder im Porträt
6. März bis 3. Juli 2011

Kunsthalle Krems
Franz-Zeller-Platz 3
A - 3500 Krems-Stein

T: 0043 (0)2732 9080-10
F: 0043 (0)2732 9080-11
E: office@kunsthalle.at
W: http://www.kunsthalle.at/

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Marianna Gartner; Struwwelpeter mit Kätzchen, 2008. Privatbesitz, Courtesy Galerie Michael Haas, Berlin. (c) Marianna Gartner (Foto: Lea Gryze)
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Yoshitomo Nara; Kid, 2008. Courtesy Galerie Meyer Kainer, Wien. (c) Yoshitomo Nara
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Uwe Henneken; A sadness song, 1998. Öl auf Leinwand, 57,0 × 79,0 cm, Privatbesitz. (c) Uwe Henneken
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AES+F Last Riot 2; The Carrousel, 2007. Courtesy Galerie Nikolaus Ruzicska, Salzburg. (c) VBK Wien, 2011
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Mitteleuropäische Schule, Porträt eines Zwillingspaares, 18. Jh. (c) Sammlung der Fundación Yannick y Ben Jakober, Mallorca, Spanien