Die Geschichte der Videokunst wurde maßgeblich von Künstlerinnen geprägt. Unter dem Titel „Re:Wind” zeigt das Kunst Museum Winterthur Werke von über 20 Videokünstlerinnen seit den späten 1960er Jahren aus seiner Sammlung.
„Meat Joy”, „Touch Cinema”, „Pickelporno”: Die Titel der Videoarbeiten sind programmatisch und reflektieren die Befreiung der Künstlerinnen von überlieferten Rollenmustern und von klassischen Kunstgattungen zugleich. Das Fernsehen und die digitalen Medien prägen seit den 1960er Jahren unseren Alltag. Daher erstaunt es wenig, dass sich Kunstschaffende diesen elektronischen Medien zuwandten. So veränderte der „Vater der Videokunst“, Nam June Paik, Fernsehbilder mithilfe starker Magnete, sodass diese zu gegenstandslosen Formen mutierten. Mit der Verfügbarkeit des tragbaren Videorecorders Ende der 1960er Jahre begann der Siegeszug der neuen Medien. Der Begriff „Videokunst” bezieht sich dabei auf das Medium, das in Form von Ein-Kanal-Bändern, im Rahmen einer Videoinstallation oder als Videoskulptur präsentiert wird.
Die Geschichte der Videokunst wurde maßgeblich von Künstlerinnen geprägt. Oft nutzten sie das Medium zur Dokumentation performativer Aktionen, wie es beispielsweise Valie Export, Carolee Schneemann und Mona Hatoum taten. Manchmal wurden Performances auch speziell für die Videokamera entwickelt. Manchmal wurde auch die Technik selbst thematisiert, um die Möglichkeiten des zeitbasierten Mediums zu erforschen. Der einfache Zugang zu den technischen Möglichkeiten digitaler Speichermedien führte zu filmischen Werken, deren Inhalt sich radikal von der Hochglanzästhetik von Hollywood-Produktionen unterschied. Sie erkundeten eigene, oft beunruhigende Bildwelten, wie in den trashigen Arbeiten von Keren Cytter oder den poetischen Bildfindungen von Zilla Leutenegger.
In der Ausstellung sind Arbeiten von Yael Bartana, Lynda Benglis, Dara Birnbaum, Filipa César, Keren Cytter, Silvie Defraoui, Valie Export, Sylvie Fleury, Mona Hatoum, Sharon Hayes, Emily Jacir, Joan Jonas, Zilla Leutenegger, Charlie Prodger, Pipilotti Rist, Martha Rosler, Carolee Schneemann und Hannah Wilke zu sehen.
Re:Wind
Videokunst von Carolee Schneemann bis Zilla Leutenegger
Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus
Bis 10.08.2025