Wie werden Menschen zu Künstlerinnen und Künstlern? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung im Ferdinandeum. Mit Blick auf die lange Geschichte der Kunstakademien in Florenz und Düsseldorf spürt sie den Einflussgrößen, Entwicklungen und Wahrnehmungen nach, die den künstlerischen Werdegang über die Jahrhunderte hinweg prägen und geprägt haben.

Die gezeigten Werke dokumentieren den Prozess am Beispiel zahlreicher Künstler:innenpersönlichkeiten und greifen eine Reihe kunsthistorischer Bezugspunkte auf. Kunst von Michelangelo trifft dabei auf Werke von Joseph Beuys oder Gerhard Richter sowie von Künstler:innen der Kunstakademie Düsseldorf.

Unter dem Titel "werden" erkunden die Tiroler Landesmuseen ab Dezember 2021 den Prozess des Künstler:in-Werdens. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf individuellen Biografien, vielmehr versucht die Ausstellung Parametern, Wahrnehmungen und Entwicklungen im sich stetig wandelnden Prozess des Künstler:in-Werdens zu ergründen. Zentralen Einfluss leisten dabei seit Jahrhunderten die Kunstakademien. In diesem Zusammenhang wurden zwei der bedeutendsten Institutionen eingeladen, "werden" als gemeinsames Ausstellungsprojekt zu verwirklichen. In Kooperation mit der ältesten Kunstakademie der Welt, der Accademia delle Arti del Disegno in Florenz, und der Kunstakademie Düsseldorf als eine der innovativsten Einrichtungen für Gegenwartskunst, gelingt es der Ausstellung so beinahe fünf Jahrhunderte Kunstgeschichte zu fassen. Die gezeigten Werke deuten dabei Parallelen, Besonderheiten und Entwicklungspotenziale im Werdegang verschiedener Künstler:innenpersönlichkeiten an und veranschaulichen einen jahrhundertelangen permanenten Veränderungsprozess. Darüber hinaus bietet die Auswahl an Kunstwerken zahlreiche Bezugspunkte zur Kunstgeschichte, entlang derer die Besucher:innen den kreativen Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte nachspüren können.

Angefangen bei Michelangelo Buonarroti zur Zeit der Gründung der Accademia in Florenz 1563 führt der Rundgang durch die Ausstellung entlang an den Werken zahlreicher Künstler:innen bis hin zu Joseph Beuys und Gerhard Richter als zeitgenössische Vertreter der Kunstakademie in Düsseldorf. Die Präsentation schlägt dabei sowohl Brücken von der Vergangenheit in die Gegenwart als auch zwischen Florenz, Düsseldorf und Innsbruck. Doch so wie die künstlerische Weiterentwicklung stetig fortläuft, ist auch die Auseinandersetzung mit dem Thema im Rahmen der Ausstellung nicht abgeschlossen. Mit dem digitalen Projekt "Looking Ahead" wagt sie daher einen Ausblick in die Zukunft. Ausgewählte junge Künstler:innen zeigen auf der gleichnamigen Website ihre Werke und geben damit Anlass dazu, sich mit dem Künstler:in-Werden im Heute und Morgen auseinander zu setzen und den Blick für aktuelle Entwicklungen zu schärfen.

„werden. From Michelangelo to ->“
Bis 18. April 2022

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Museumstraße 15
A - 6020 Innsbruck

W: https://www.tiroler-landesmuseen.at/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Anatomisches Model, 19. Jhdt., Gips © Wolfgang Lackner
Anatomisches Model, 19. Jhdt., Gips © Wolfgang Lackner
Blick in den Düsseldorfer Teil der Ausstellung © Wolfgang Lackner
Blick in den Düsseldorfer Teil der Ausstellung © Wolfgang Lackner
Rosemarie Trockel, Get Lucky, 2021, 5 Digtialdrucke auf Forex kaschiert, gerahmt © Bildrecht, Wien 2021; Sprüth Magers, Rosemarie Trockel
Rosemarie Trockel, Get Lucky, 2021, 5 Digtialdrucke auf Forex kaschiert, gerahmt © Bildrecht, Wien 2021; Sprüth Magers, Rosemarie Trockel
Die Website „Looking Ahead“ als Erweiterung der Ausstellung im digitalen Raum. © Wolfgang Lackner
Die Website „Looking Ahead“ als Erweiterung der Ausstellung im digitalen Raum. © Wolfgang Lackner