2025 wäre Heinz Gappmayr 100 Jahre alt geworden. Die Tiroler Landesmuseen nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, einen der international bedeutendsten und anerkanntesten Vertreter der Visuellen Poesie Österreichs mit der Ausstellung „Heinz Gappmayr. 100“ im Öffentlichen Raum Innsbrucks zu würdigen. An zehn Standorten quer durch die Landeshauptstadt sind bis 28.9.2025 Werke des Tiroler Künstlers zu sehen.
Heinz Gappmayr war eine prägende Künstlerpersönlichkeit, nicht nur für Tirol – sein Werk besitzt bis heute internationale Relevanz, zumal er als Pionier visueller Texte verstanden werden darf. Das künstlerische Vokabular Gappmayrs umfasst sowohl Buchstaben, Begriffe als auch Zahlen sowie einfachste grafische Zeichen wie Linien, Punkte oder Pfeile. Dabei interessierte ihn deren Reduktion auf die Gegensätze wie Schwarz und Weiß, die Pole Zahl und Maß sowie in besonderem Maße die Kategorien Ort, Zeit und Raum. Der Buchstabe selbst, in seiner Form und Struktur, spielte für Gappmayr eine zentrale Rolle: „Mein Vater wollte die Sprache und Schrift von ihrer bloßen Funktion als Kommunikationsmittel lösen und als selbstständiges künstlerisches Medium sichtbar machen. Beim Betrachten seiner Werke gibt es keine absoluten Aussagen oder festgelegten Bedeutungsebenen – vielmehr bieten sie einen Raum für Impulse, was Sprache alles ist und sein kann“, erklärt Gaby Gappmayr. Sie ist die einzige Tochter des Künstlers und verwaltet auch seinen Nachlass.
An zehn Standorten in Innsbruck, etwa an der Fassade des Geiwi-Turms der Universität Innsbruck und der Hofkirche, vor dem Zeughaus, am Tirol Panorama oder vor dem Taxispalais, sind bis 28.9.2025 Werke Heinz Gappmayrs zu sehen. „Die große Stärke dieser Schau ist neben den eindrucksvollen Werken selbst die Tatsache, dass die Ausstellung den Öffentlichen Raum bespielt. Die oft zitierte Hemmschwelle ins Museum zu gehen, fällt damit weg und bringt Kunst mitten ins Leben, direkt zu den Menschen“, betonen die Kurator*innen Florian Waldvogel und Sofia Ohmer. Nicht zuletzt wird damit auch die große Bedeutung des Künstlers auf besondere Weise unterstrichen: „Denn Heinz Gappmayr hatte nicht nur wichtigen Einfluss für Künstler wie Lawrence Weiner, Robert Barry oder Peter Kogler, sondern war auch für die Kunstszene Tirols und Innsbrucks im Besonderen von zentraler Bedeutung“, sagt Kurator Florian Waldvogel.
Neben seiner eigenen künstlerischen Tätigkeit hat Heinz Gappmayr Zeit seines Schaffens eine Reihe von Tiroler Künstler:innen gefördert und unterstützt. Im Rabalderhaus Schwaz ist bis 14.9.2025 die Ausstellung „Heinz Gappmayr – Künstler und Mentor“ zu sehen. Die ausgestellten Werke stammen zum Großteil aus dem Besitz der Tiroler Landesmuseen und bilden damit einen Teil der Reihe „Ferdinandeum unterwegs“. Die Ausstellung „Heinz Gappmayr – Künstler und Mentor“, kuratiert von Günther Dankl, geht dem Einfluss Gappmayrs auf die junge Kunstszene in Tirol in den Jahren von etwa 1965 bis 1995 nach, erkennbar etwa in frühen Werken von Künstler:innen wie Hellmut Bruch, Peter Kogler, Norbert Pümpel, Eva Schlegel, Ernst Trawöger, Martin Gostner oder Hans Grosch.
„Heinz Gappmayr. 100“
Öffentlicher Raum Innsbruck
Bis 28. September 2025
„Heinz Gappmayr. Künstler und Mentor“
Bis 14. September 2025
im Rabalderhaus Schwaz