30. März 2012 - 2:23 / Bühne / Musiktheater 

Norma, Priesterin der Druiden, liebt Pollione, den Heerführer der Gallien besetzt haltenden, feindlichen Römer. Nicht nur das Verhältnis mit Pollione, auch die zwei Kinder, die daraus hervorgegangen sind, hält Norma vor ihrem Volk geheim. Die Gallier fordern von ihr, dem Gebot des Kriegsgottes Folge zu leisten und das Zeichen zum Aufstand zu geben. Norma verkündet die Botschaft der Mondgöttin: Frieden. Doch Pollione fühlt nicht mehr für Norma. In Adalgisa, einer Novizin, hat er seine neue Geliebte gefunden.

Die Handlung der 1831 uraufgeführten Oper, die auf einem Antikendrama von Louis Alexandre Soumet beruht, liegt im ersten Jahrhundert vor Christus. Den Galliern droht die Eroberung durch die römischen Truppen und sie befragen ihre Druidenpriester nach den Erfolgschancen eines Aufstandes. Doch die Hohepriesterin Norma ist nicht unvoreingenommen, ein innerer Konflikt plagt sie: Einerseits soll sie ihrem Volk im Kampf gegen Rom zur Seite stehen, andererseits liebt sie den römischen Konsul Pollione, von dem die bereits zwei Söhne gebar.

Was Norma noch nicht weiß: Pollione hat sich bereits gegen sie und für die jüngere Druidenpriesterin Adalgisa entschieden, mit der er nach Rom fliehen will. Als Norma dies entdeckt, kennt ihre Verzweiflung keine Grenzen. Will sie zunächst ihre Kinder, dann Pollione und seine neue Geliebte ermorden, überwiegen jedoch zuletzt ihre Schuldgefühle angesichts ihres Verrats an ihrem Volk. Sie selbst steigt auf den Scheiterhaufen, den sie für Adalgsia errichtet hatte. Der Römer Pollione entflammt angesichts dieser Tat in neuer Liebe und folgt ihr ins Feuer.

Der psychologische Konflikt der Titelfigur steht in Bellinis Oper im Vordergrund, und wer die Norma singt, muss die Kunst des Belcanto – der gesungenen Melodie – bis zur Vollendung beherrschen. Bellini komponierte das Stück ganz auf die Stimme der Hauptrolle ausgerichtet, das Orchester wirkt an vielen Stellen nur begleitend. Edita Gruberova erfüllt die Anforderungen meisterhaft und steht ihren Vorgängerinnen Callas und Montserrat Caballé in nichts nach. Mit ihrer Stimme bringt sie dramatisch zum Ausdruck, was Norma plagt: Liebe, Emotionalität und Wahnsinn. Ihren musikalischen Höhepunkt findet dies in Normas spektakulärer Arie "Casta diva ch"e in argente".

Norma von Vincenzo Bellini
In italienisch mit deutschen Übertiteln
Wiederaufnahme: Fr 9. Dezember 2011, 19 Uhr
Musikalische Leitung: Ivan Anguélov
Regie und Dramaturgie: Jossi Wieler, Sergio Morabito
Bühne und Kostüme: Anna Viebrock
Chor: Michael Alber, Johannes Knecht

Weitere Vorstellungen:
14./ 17. Dezember 2011
17./ 23./ 26. März 2012
3./ 5./ 9. April 2012

Staatsoper Stuttgart
Oberer Schloßgarten 6
D - 70173 Stuttgart

T: 0049 (0)711 2032-0
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  •  9. Dezember 2011 9. April 2012 /
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Catherine Naglestad (Norma); Foto: A.T. Schaefer
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Catherine Naglestad (Norma); Foto: A.T. Schaefer
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Catherine Naglestad (Norma); Foto: A.T. Schaefer
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Catherine Naglestad (Norma); Foto: A.T. Schaefer
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Catherine Naglestad (Norma); Foto: A.T. Schaefer