16. August 2019 - 6:52 / Festival
26. September 2019 29. September 2019

Mit rund 100 teilnehmenden Galerien aus 25 Ländern und über 30.000 Besu­cherInnen jährlich bietet Viennacontemporary einen vielfältigen Einblick in die florierende internationale zeitgenössische Kunstszene mit Schwerpunkt auf Zentral- und Osteuropa. Von 26. bis 29. September lädt Österreichs größte Kunstmesse ein, Galerien zu entdecken, die ebenso etablierte KünstlerInnen wie neue, experimentelle Positionen zeigen.

Johanna Chromik, die mit Anfang des Jahres die künstlerische Leitung der Kunstmesse übernommen hat, ermutigt, Viennacontemporary als Ort des Sammelns, des Austausches, des Kontaktes und des Kunsterlebnisses wahrzunehmen: "Wien ist die Bühne, ihre ProtagonistInnen – die GaleristInnen unterschiedlicher Generationen, die Museen mit ihren Schätzen und die KunstexpertInnen – sind das Herz der Messe.”

Neue Formate, Sonderschauen und Talks

In den Sonderschauen der Zone1 wird die Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin Fiona Liewehr Positionen junger KünstlerInnen präsentieren, die durch ihre Ausbildung, Arbeit oder Herkunft einen Lokalbezug zu Österreich haben.

Für das neue Format Explorations konnte der Kunsthistoriker und Chefkurator des Belvedere Museums, Harald Krejci, gewonnen werden, der anhand ausgewählter Werke, die zwischen 1945 und 1980 entstanden sind, unseren heutigen (Rück)blick auf künstlerische Annäherungen an die "Zustände der Welt" thematisiert. Der Schwerpunkt Krejcis liegt auf KünstlerInnen, die auf die massiven politischen und sozialen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg reagierten und mittels Methoden der Psychologie, Naturwissenschaften und Linguistik versuchten, die Zustände nicht nur abzubilden, sondern zu „erspüren".

Die diesjährige Sektion Focus dreht sich um die Frage: „Was versteht man unter einem Staat, der nicht auf Territorium basiert, sondern auf Zeit?“ Anhand des Phänomens „NSK State in Time“ hinterfragt Kurator Tevž Logar die Vorstellung, dass Kunst im Bereich des Nationalstaates repräsentiert wird.

Als konzeptuelles Kunstprojekt 1992 von einer Gruppe um die Bewegung der „Neuen Slowenischen Kunst“ (NSK) als Reaktion auf die politischen Umwälzungen in Jugoslawien gegründet, ist der terrritoriumslose „NSK State in Time“ heute die virtuelle Heimat von über 15.000 Bürgern weltweit. Der Staat bietet den BürgerInnen Mitwirkungsrechte, die zu offenen Aktionen anregen, wie etwa die Ausarbeitung einer eigenen Verfassung, Währung, eines Bildungssystems oder einer Volkskultur. In der aktuellen Zeit der aggressiven Behauptung von Faschismus und Fremdenfeindlichkeit ist die Frage nach dem Post-Nationalismus, wie sie der „NSK State in Time“ aufgeworfen hat, heute so relevant wie zur Zeit seiner Gründung.

Die aktuelle Focus-Präsentation kann einerseits als eine jener offenen NSK-Aktionen gesehen werden, die sich direkt mit den Mechanismen des zeitgenössischen Kunstsystems befassen. Andererseits dreht sich die Ausstellung um eine Auswahl von KünstlerInnen, die durch ihre Arbeit die Idee von Grenzen ablehnen und so das kritische Denken der BetrachterInnen über Themen wie Erinnerung, Geschichte und bestehende geopolitische Paradigmen anregen.

Next? ist eine Reihe von Gesprächen und Diskussionen, die unsere aktuellen Kunstwelten als Ausgangspunkt nehmen und mit einer Mischung aus kritischer Skepsis und Hoffnung in die Zukunft der Kunst blicken. Was werden sich ProduzentInnen und Publikum in absehbarer Zeit von zeitgenössischer Kunst wünschen? Welche Art von Kunstwerken könnten wir kreieren oder betrachten? Braucht es Megaausstellungen? Kann die Kunstwelt in allen Bereichen mehr Gleichstellung erreichen und wenn ja, wie? Im Rahmen des täglichen Programms von Viennacontemporary versammelt die Kritikerin und Journalistin Kimberly Bradley KünstlerInnen, internationale SammlerInnen, MuseumsdirektorInnen, GaleristInnen, KunstkritikerInnen und KuratorInnen, um über die Möglichkeiten der Kunst zu spekulieren - in Wien und weit darüber hinaus.

Dmitry Aksenov, Vorstandsvorsitzender Viennacontemporary: „Die hohe Qualität der teilnehmenden Galerien und fortdauerndes Experimentieren, um die besten Formate für die Präsentation zeitgenössischer Kunst und Kultur zu finden, sind die Hauptziele der Messe. Wir sind ständig auf der Suche nach den interessantesten Möglichkeiten für Kooperationen und Partnerschaften, damit es Viennacontemporary gelingt, ihre relevante Position auch in der sich rasant verändernden Kunstwelt zu erhalten.“

Viennacontemporary
26. bis 29. September 2019

Marx Halle
Karl-Farkas-Gasse 19
A - 1030 Wien

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  •  26. September 2019 29. September 2019 /
Johanna Chromik, © viennacontemporary/NikoHavranek
Johanna Chromik, © viennacontemporary/NikoHavranek
Igor Grubic, 366 Liberation Rituals (Against Trash), 2008  Inkjet on archival paper  90 x 60 cm  Courtesy of the artist and Nome Gallery, Berlin
Igor Grubic, 366 Liberation Rituals (Against Trash), 2008 Inkjet on archival paper 90 x 60 cm Courtesy of the artist and Nome Gallery, Berlin
Gelatin,  Ohne Titel, 2019,  Synthetic plaster, styrofoam  225 x 70 x 100 cm  Courtesy Galerie Meyer Kainer, photos: Marcel Koehler
Gelatin, Ohne Titel, 2019, Synthetic plaster, styrofoam 225 x 70 x 100 cm Courtesy Galerie Meyer Kainer, photos: Marcel Koehler