31. Mai 2020 - 22:56 / Aktuell / Kunst 

Der Verhüllungskünstler Christo ist im Alter von 84 Jahren in New York gestorben. Wie einer Mitteilung auf der Webseite des 1935 geborenen Christo zu entnehmen ist, starb der gebürtige Bulgare, dessen vollständiger Name Christo Vladimirov Javacheff lautet, eines natürlichen Todes.

Christo kam im bulgarischen Gabrovo zur Welt. 1957 verließ er das Land zunächst nach Prag, später zog er nach Wien und dann nach Genf. 1958 lernte er seine spätere Frau Jeanne-Claude in Paris kennen. Mit ihr schuf er bis zu ihrem Tod im Jahre 2009 zahlreiche Kunstwerke.

Christo ist vor allem für seine monumentalen Outdoor-Kunstprojekte bekannt. So verpackte er etwa im Jahr 1995 das Reichstagsgebäude für zwei Wochen vollständig mit silbernen Stoffbahnen. Zuletzt hatte er mit der Installation "Floating Piers" auf dem Iseo-See in Italien Tausende von Menschen angelockt. Zwischenzeitlich hatten die Behörden den Zugang auf die über 220.000 zusammengeschraubten schwimmenden Kunststoffwürfel wegen des großen Andrangs einschreiten müssen.

Jacob Baal-Teshuva schrieb 1995 über Christo: "Christo verhüllte Dosen, Flaschen, Stühle, ein Auto – einfach alles, was er finden konnte, Alltagsgegenstände, die weder besonders schön noch interessant waren. Stillschweigend setzte er voraus, daß jedes, aber auch jedes Objekt seinen Platz in der Kunst haben konnte. Es gab für ihn keine Hierarchien der künstlerischen Ausdrucksformen und Inhalte.“ (Aus: "Christo & Jeanne-Claude", Köln 1995, S. 17)

Der gebürtige Bulgare arbeitete bis zuletzt an einem weiteren Verhüllungs-Großprojekt. Vom 18. September bis zum 3. Oktober kommenden Jahres sollte laut seiner Webseite der Pariser Arc de Triomphe verhüllt werden. Christo hatte in der Stadt bereits 1985 die Brücke "Pont Neuf" in ein Gewebe verpackt.



Christo und Jeanne-Claude beim Ellis Island Heritage Award (Bild: Martin Dürrschnabel/ CC by SA 2.5)
Christo und Jeanne-Claude beim Ellis Island Heritage Award (Bild: Martin Dürrschnabel/ CC by SA 2.5)