22. Mai 2010 - 2:23 / Ausstellung / Malerei 
5. März 2010 24. Mai 2010

Unter den rund 5.700 Kunstwerken der Sammlung Leopold befinden sich etwa tausend Aquarelle. Die Blätter dürfen aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit nur selten ausgestellt werden. Zahlreiche Kunstwerke waren seit der Eröffnung des Leopold Museum im Jahr 2001 noch nie zu sehen. Aus Anlass des bevorstehenden 85. Geburtstags von Rudolf Leopold (* 1. März 1925), Gründer der Sammlung Leopold, stellt das Museum eine Auswahl von rund 150 der kostbarsten Aquarelle der Öffentlichkeit vor.

Die persönlich getroffene Auswahl beginnt bei den Werken des Wiener Aquarellisten Rudolf von Alt (1812-1905), von denen die Sammlung Leopold eine Fülle ausgezeichneter Blätter beinhaltet. Ausgehend von weiteren Vertretern des Wiener Biedermeier, wie Carl Schindler (1821-1842) und Thomas Ender (1793-1875), beleuchtet die Ausstellung die Aquarellkunst des 19. Jahrhunderts bis zu den Künstlern des Stimmungsimpressionismus, unter denen etwa Marie Egner (1850-1940) und Eduard Zetsche (1844-1927) ganz beeindruckende Aquarelle geschaffen haben. Die Zeit des Wiener Jugendstils und jene des frühen Expressionismus um 1910 ist u.a. mit Glanzstücken von Egon Schiele (1890-1918) vertreten.

In den Jahrzehnten nach 1918 waren es vor allem Herbert Boeckl (1894-1966), Oskar Laske (1874-1951), Wilhelm Thöny (1888-1949), Josef Dobrowsky (1889-1964) und August Rieger (1886-1941), die im Aquarell Vorzügliches geschaffen haben. Auch nach 1945 haben sich Künstler, wie Gustav Hessing (1909-1981), Kurt Absolon (1925-1958) oder Karl Stark (*1921), schwerpunktmäßig der Kunst des Aquarells und der Gouache gewidmet und einen bedeutenden Beitrag zu dieser Kunstform geleistet.

Die Ausstellung gewährt einen Einblick in die Entwicklung der Aquarellmalerei in Österreich in den vergangenen zwei Jahrhunderten. Gerade das Aquarell mit seiner charakteristischen Technik des flüssigen, auf nassem Papier entwickelten Farbauftrags stellte für die Künstler stets eine große Herausforderung dar, die höchste Meisterschaft und Spontaneität abverlangte. Künstler wie Rudolf von Alt entwickelten hierin eine Virtuosität, die unerreicht bleiben sollte. Die Transparenz und Zartheit des Aquarells ringt auch dem heutigen Betrachter größte Bewunderung ab und vermittelt in ihrer Zeitlosigkeit eine hohes Maß an Stimmung und Poesie.

Verborgene Schätze der österreichischen Aquarellmalerei
5. März bis 24. Mai 2010

Leopold Museum
Museumsplatz 1, MQ
A - 1070 Wien

T: 0043 1 525 70-1523
F: 0043 1 525 70-1500
E: office@leopoldmuseum.org
W: http://www.leopoldmuseum.org/

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Anton Romako (1832-1889); Bauernpaar in der Campagna, um 1860/65. Aquarell auf Papier, 41 x 55,8 cm. Leopold Museum, Wien
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Albin Egger-Lienz (1868-1926); Ruhende Hirten, 1918-22/23; 53 x 80,5 x 70 cm. Leopold Museum, Wien
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Oskar Kokoschka (1886-1980); Studie zum Gemälde 'Liebespaar mit Katze', 1917. Tusche und Aquarell auf Papier, 32,5 x 43,2 cm. Leopold Museum, Wien; © Foundation Oskar Kokoschka/VBK Wien, 2010
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Herbert Boeckl (1894-1966); Stillleben mit Orangen, 1929. Bleistift, Aquarell und Gouache auf Papier, 49 x 65,2 cm. Leopold Museum, Wien; © Herbert Boeckl-Nachlass, Wien
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Egon Schiele (1890-1918); Alter Giebel, 1913. Gouache auf Papier, 32 x 48,6 cm; Leopold Museum, Wien