10. Januar 2008 - 1:45 / Ausstellung / Archiv 
13. Oktober 2007 14. Januar 2008

Sensationelle Funde der letzten Jahre aus Xinjiang, der nordwestlichsten Provinz Chinas, sind in der Ausstellung "Ursprünge der Seidenstraße" vom 13. Oktober 2007 bis 14. Januar 2008 im Berliner Martin-Gropius-Bau zu sehen. Das älteste Objekt ist 4000 Jahre alt. Im Zentrum stehen jene Menschen, die seit der Bronzezeit die Seidenstraßen rund um das Tarimbecken und die Wüste Taklamakan bewohnen.

Die Taklamakan, die zweitgrößte Sandwüste der Erde, zeichnet sich durch ein ausgeprägtes Kontinentalklima mit extremer Trockenheit auf. Diese Trockenheit, mit der die Bewohner entlang der Seidenstraßen seit Jahrtausenden kämpfen müssen, ist der Grund für den einmaligen Erhaltungszustand der archäologischen Funde. Den organischen Materialen wie Holz oder Textilien wurde Feuchtigkeit entzogen und ein Zersetzungsprozess nahezu unterbunden.

Seid dem Ende des 19. Jahrhunderts sind die Forscher und Abenteurer entlang der Seidenstraßen unterwegs, um die Hinterlassenschaften dieser faszinierenden Kulturen zu entdecken. Die archäologischen Forschungen haben sich in jüngster Zeit maßgeblich intensiviert und professionalisiert; dabei tragen und treten sensationelle Objekte ans Tageslicht, die eindrucksvoll die kulturelle Vielfalt der Oasen des Tarimbeckens darstellen.

Niemals zuvor konnte man außerhalb Chinas eine solch umfangreiche Präsentation eindrucksvoller und vielgestaltiger Objekte sehen, die von den weit reichenden kulturellen Beziehungen der Bewohner entlang der Seidenstraße zeugen und beweisen, dass die Seidenstraßen keineswegs Einbahnstraßen waren: Einflüsse aus China sind ebenso dokumentiert wie die kulturelle Präsenz westlich-mediterraner, sibirischer und südasiatischer Kulturen.

Die Ausstellung besteht aus ca. 180 Grabungsfunden aus dem Tarimbecken. Darunter befinden sich Keramik- und Metallobjekte, aber auch Holz, Textilien und andere organische Funde, die trotz ihres Alters – das Spektrum reicht von der Bronzezeit bis in die Han-Dynastie des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts – durch ihren außergewöhnlich guten Erhaltungszustand den Ausstellungsbesucher in eindringlicher Form ansprechen.

Die Ausstellung zeigt in Europa noch nie präsentierte Funde aus Xinjiang in einem unglaublich guten Erhaltungszustand. Sie vermittelt die Kenntnis von den Lebensformen und deren klimatische und kulturelle Grundlagen am südlichen und nördlichen Verlauf der Seidenstraße rund um das Tarimbecken und stellt die Vielzahl der Kulturen und kultureller Einflüsse im östlichen Zentralasien bis vor 2000 Jahren dar.


Katalog: Ursprünge der Seidenstraße. Sensationelle Neufunde aus Xinjiang, China. Herausgegeben von Alfried Wieczorek und Christoph Lind, ca. 300 Seiten mit rund 300 farbigen Abbildungen. Museumsausgabe: ISBN: 978 3 8062 2160 2 EUR 24,90; Buchhandelsausgabe: EUR 29,90. Erscheint Oktober 2007 im Konrad Theiss Verlag, Stuttgart

Ursprünge der Seidenstraße
13. Oktober 07 bis 14. Januar 08

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D - 10963 Berlin

T: 0049 (0)30 25486-0
F: 0049 (0)30 25486-107
E: post@gropiusbau.de
W: http://www.gropiusbau.de/

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Gürtelblech mit Tierkampfmotiv, um 200 v. Chr.; © Cultural Heritage Bureau of Xinjiang Uygur Autonomous Region, China
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Diadem mit Tierkopfenden, westliche Han-Zeit, 206 v. Chr. bis 24 n. Chr.; © Cultural Heritage Bureau of Xinjiang Uygur Autonomous Region, China
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Goldmaske mit Edelsteinbesatz, 5.?6. Jh. n. Chr.; © Cultural Heritage Bureau of Xinjiang Uygur Autonomous Region, China
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Kopfbedeckung, zwischen 5. und 3. Jh. v. Chr.; © Cultural Heritage Bureau of Xinjiang Uygur Autonomous Region, China