17. Juni 2011 - 2:28 / Ausstellung / Archiv 
26. Februar 2011 19. Juni 2011

Der in Düsseldorf und Berlin lebende Fotokünstler Thomas Struth gehört zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Fotografie. Zahlreiche Ausstellungen während der vergangenen 15 Jahre in Europa, den USA und verschiedenen asiatischen Staaten haben den 1954 am Niederrhein geborenen Künstler international bekannt gemacht. Während bisher jedoch lediglich einzelne Werk-Gruppen vorgestellt worden sind, gibt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nun erstmals in Europa einen repräsentativen Überblick über das Gesamtschaffen Struths.

Die in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich entstandene Ausstellung ist gegenüber der ersten Station in der Schweiz auf jetzt mehr als 100 Motive erweitert. Das deutliche Schwergewicht liegt auf Struths Schaffen innerhalb des vergangenen Jahrzehnts. Nur in Düsseldorf werden neueste Arbeiten des Künstlers vorgestellt. Besondere Aufmerksamkeit verdienen aber auch bisher nie in der Öffentlichkeit gezeigte frühe Werke, die zur Folge der Düsseldorfer "Straßen" gehören. Die Schwarz-Weiß-Fotografien sind gemeinsam mit einer Auswahl seiner Dschungel-Bilder, den "Paradises", als eigene Präsentation in der Grabbehalle von K20 zu sehen. Diese raumfüllende Bilder-Installation ist ausschließlich in Düsseldorf ausgestellt und vom Künstler selbst eingerichtet.

Thomas Struth gehört zu den herausragenden Künstlern, die in der Zeit wahrer Bilderfluten dem Medium Fotografie zu neuer Intensität und Wirkungskraft verholfen haben. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf zunächst bei Gerhard Richter Malerei, ab 1976 bei Bernd Becher Fotografie. Struths Arbeiten waren bereits 1992 auf der documenta IX in Kassel zu sehen. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht das präzise Sehen. Ob das undurchdringliche Dickicht asiatischer Dschungel, ob großformatige Museumsszenen ("Audiences") oder die jüngsten Aufnahmen in technischen Groß-Anlagen: Immer wieder thematisiert Struth in seinen typischen Bild-Folgen das Verhältnis von Betrachter und Betrachtetem und fragt damit auch nach der Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft. Struth vermeidet jede Art von vordergründiger Dramatisierung seiner Motive und konzentriert sich ganz auf die Analyse des Gezeigten. Dass er seine Motive auf Reisen durch Europa, Amerika, Ostasien oder Australien findet, unterstreicht die Bedeutung seines Schaffens in einer ganz von der Globalisierung geprägten Welt.

Parallel zur Ausstellung präsentiert Struth in Kooperation mit dem Gitarristen Frank Bungarten Musik im Labor, dem Ausstellungsraum der Abteilung Bildung. Das Projekt bietet einen anregenden akustischen Kontrast zu den vielfältigen visuellen Eindrücken, die die Besucher beim Ausstellungsrundgang erfahren. Musik lässt sie die Kunstwerke der Sammlung in einem erweiterten Kontext sinnlich erleben. Zu hören ist eine Musikauswahl von Struth und Bungarten, die Werke unterschiedlicher Kulturen und Genres zusammenführt. Als besondere Höhepunkte des Projekts finden im Mai Meisterkurse im Labor statt, bei denen hochkarätige Musiker Unterrichtseinheiten vor Publikum geben.

Thomas Struth – Fotografien 1978 bis 2010
26. Februar bis 19. Juni 2011

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
Ständehausstraße 1
D - 40217 Düsseldorf

W: http://www.kunstsammlung.de/

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  •  26. Februar 2011 19. Juni 2011 /
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Chemistry Fume Cabinet, The University of Edinburgh 2010. 114,5 x 160 cm (Bild); 120,5 x 166 cm (Rahmen). © Thomas Struth; Foto: © Kunstsammlung NRW
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Museo des Prado 4, Madrid 2005. 169,5 x 214,3 cm (Bild); 177,5 x 222,3 cm (Rahmen). © Thomas Struth; Foto: © Kunstsammlung NRW
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Düsselstraße, Düsseldorf 1979. 36,5 x 51 cm (Bild); 66 x 84 cm (Rahmen). © Thomas Struth; Foto: © Kunstsammlung NRW
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Tokamak Asdex Upgrade Interior 1, Max Planck IPP Garching 2010. 268,3 x 218 cm (Bild); 275,8 x 225 cm (Rahmen). © Thomas Struth; Foto: © Kunstsammlung NRW