6. Mai 2019 - 11:57 / Aktuell / Ausstellung 
9. Mai 2019 30. Juni 2019

„Nadine Hirschauers Umgang mit Räumen und Orten, ihren Geschichten und Kontexten, fokussiert auf die Menschen, die in ihnen leben und sie gestalten. Dem künstlerischen Werk wohnt eine Sensibilität und Intensität inne, die unerschrocken Themen unserer Zeit aufgreift. Die Künstlerin entwickelt eine Kraft der leisen Irritation, die von einem Optimismus im Alltäglichen kündet, den Dialog sucht und den Blick öffnet.“ Sina Wagner

Im Theater am Saumarkt zeigt Nadine Hirschauer eine installative Arbeit, die sich mit der narrativen Konstruktion unserer Umwelt, entstehend aus dem Zusammenspiel unserer Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten, gespeist aus kollektivem und individuellem Gedächtnis, befasst. Die sich schnell verändernde Gegenwart erzeugt dabei viele Unsicherheiten – Gewohnheit kann dagegen Geborgenheit und Gewissheit schaffen. Solche Gewohnheiten sind oft auch konstruiert, was anhand der Geschichte der Geranie aufgezeigt wird.

Die Geranie stammt aus Südafrika. Von dort bringen die Holländer das “Geranium africanum” im 17. Jhdt nach Europa. Bei uns wird die Geranie zuerst im städtischen Patriziat und in den Gärten wohlhabender Bauern heimisch. Nach und nach wird aus dem wilden afrikanischen Gewächs eine brave Balkonblume. Der eigentliche Name der umgangssprachlich als Geranie bezeichneten Blume ist Pelargonie. Dieses Missverständnis rührt daher, dass der Botaniker, der die Pflanze benannte, einen zu geringen Unterschied zwischen dem Geranium und dem Pelargonium empfand, und beide unter demselben Namen klassifizierte. Einige Jahrzehnte später wurde der Fehler behoben, aus dem Sprachgebrauch ist er aber seither nicht mehr verschwunden.

Örtlich entfremdet und ihres eigentlichen Namens beraubt, ist die Geranie zu einem Archetyp der Dekoration österreichischer Eigenheime geworden.

Nadine Hirschauer, geboren 1990 in Feldkirch, wo sie heute lebt und arbeitet. 2008–13 studierte sie Landschaftsdesign sowie 2013–15 Landschaftskunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Abschluss mit Auszeichnung. 2012 Gaststudentin der Kunming University for Art & Design in China. 2013 Praktikum bei WES LandschaftsArchitektur in Hamburg. 2017 Arbeitsstipendium der Fundación BilbaoArte in Bilbao, Spanien. www.nadinehirschauer.com

Besichtigung während der Veranstaltungen bis 30. Juni 2019

Nadine Hirschauer, heimaten
Ausstellung
Ausstellungsdauer: 09.05. - 30.06.2019
Donnerstag, 9. Mai 2019 um 20.00 Uhr, Theater am Saumarkt

Theater am Saumarkt
Mühletorplatz 1
A - 6800 Feldkirch

T: 0043 (0)5522 72895
E: office@saumarkt.at
W: http://www.saumarkt.at/

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