Systematischer Überblick über das fotografische Erbe der DDR

Mit der Veröffentlichung zentraler Ergebnisse der Machbarkeitsstudie „DGPh Netzwerk DDR-Foto“ liegt erstmals ein systematischer Überblick über das fotografische Erbe der DDR vor.

Die von der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) initiierte und von der Kulturstiftung der Länder geförderte Studie zeigt den Umfang, den Zustand und die Perspektiven fotografischer Bestände aus der DDR. Damit schafft sie eine zentrale Grundlage für zukünftige Forschung, Archivierung und Vermittlung.

Die Fotografie spielte in der DDR eine zentrale Rolle als künstlerisches, dokumentarisches und staatlich gelenktes Medium. Zwischen offizieller Auftragsarbeit und individueller Bildpraxis entstand ein vielschichtiges visuelles Archiv, das gesellschaftliche Entwicklungen ebenso widerspiegelt wie ästhetische Positionen. Die systematische Erfassung dieses Erbes ist jedoch bislang nur punktuell erfolgt.

Die im Jahr 2024 durchgeführte Machbarkeitsstudie erfasste erstmals in größerem Umfang die vorhandenen Bestände. Über 200 fotografische Einzelarchive, knapp 50 Institutionen sowie zahlreiche Publikationen und Ausstellungen wurden untersucht. Die Ergebnisse zeigen einerseits das bemerkenswerte Engagement zahlreicher Akteur:innen bei der Sicherung fotografischer Nachlässe, andererseits aber auch die prekäre Situation vieler Bestände in privatem Besitz, die bislang kaum erschlossen sind.

Auf der Website der DGPh werden nun unter „Netzwerk DDR Foto | Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V.” zentrale Ergebnisse der Studie öffentlich zugänglich gemacht. Es wird ein Überblick über die Bestände in Institutionen und Archiven geboten und über deren Erschließungsstand informiert. Zudem gibt es umfangreiche Zusammenfassungen zur Literatur und zur Ausstellungshistorie. Damit entsteht erstmals eine zentrale Referenzplattform für die Forschung und die interessierte Öffentlichkeit. In einem nächsten Schritt ist geplant, Informationen über Archive einzelner Fotografinnen und Fotografen zu veröffentlichen.

Die Plattform versteht sich als Ausgangspunkt für weiterführende Forschungen sowie als Grundlage für die Sichtbarmachung und nachhaltige Sicherung des fotografischen Erbes der DDR.