Symphonie der Farben – Eine Entdeckungsreise

Im Zentrum der Ausstellung „Symphonie der Farben – Eine Entdeckungsreise“ von Evelyne M. Fricker und Angelika Egg, die am 10. September im „Forum für aktuelle Kunst“ von KunstVorarlberg in der Villa Claudia in Feldkirch eröffnet wird, steht viel Farbe im Stil des Surrealismus und der Aleatorik. Das Thema Farbe und dessen Interpretationen sollen zeigen, wie Emotionen, Fiktionen und Ideen in verschiedenen künstlerischen Bildsprachen ausgedrückt und vermittelt werden können, betonen die beiden Künstlerinnen, die seit 50 Jahren Freundinnen sind. Die Wahrnehmung der verschiedenen Bilder soll in ungewöhnliche Welten führen: in Fantasiewelten, in mystische Räume und auch in vergangene Wirklichkeiten. „Durch die Abstrahierung unserer Realität entsteht eine Erweiterung und Bereicherung unseres Alltagsempfindens und unserer Wahrnehmungen. Unser Unbewusstes, unsere Träume und spontanen Gedanken können durch den Surrealismus eine bildhafte Darstellung erfahren“, erläutern Fricker und Egg.

Die 1957 in Feldkirch geborene Textilkünstlerin und Geomantin Fricker dringt mittels des gleichen Grundmotivs, jedoch unterschiedlicher Ausgangsformen, in emotionale Ebenen oder vergangene Erinnerungen ein. Ihre „modernen Reliquien“ zeigen beispielsweise Persönlichkeiten, die sie beeindruckt und inspiriert haben. Darunter viele Frauen, die von ihren berühmten Männern oder der Zeit, in der sie lebten, in den Hintergrund gedrängt wurden. „Sie erfahren bei mir wieder Beachtung und eine neue Wertschätzung“, sagt die Künstlerin. Auch die heutige Welt wird in diese „modernen Reliquien“ miteinbezogen, sei es durch SIM-Karten oder durch sichtbar gewordene Geheimnisse. Durch die Verwendung spezieller, dreidimensionaler Bilderrahmen erhalten diese Arbeiten einen schreinartigen Charakter.

Angelika Egg hat sich hingegen ganz der Aleatorik verschrieben. Aleatorik steht dabei für das künstlerische Prinzip, bei dem der Zufall den Schaffensprozess oder das Werk bestimmt. Das Konzept von Egg ist kein starrer Plan, sondern eine Absicht, die viele Möglichkeiten eröffnet. „Farbe ist in diesem Konzept nicht nur Pigment, sondern eine energetische Kraft, die den Betrachter erreicht, bevor der Verstand eine Form kategorisieren kann“, so die Künstlerin. Sie nutze diese Magie, um den rationalen Filter zu umgehen. Es sei der Versuch, das Unsichtbare, wie etwa Stimmungen, Energien oder Impulse, durch das Sichtbare erfahrbar zu machen. Verschiedene Bilduntergründe und Malmaterialien wie Öl, Acryl, Tempera, Kreide oder Tusche eröffnen immer wieder neue Herangehensweisen.

Evelyne M. Fricker und Angelika Egg:
Symphonie der Farben – Eine Entdeckungsreise
11. September bis 11. Oktober 2026

Eröffnung: Do, 10.9., 19.00 Uhr
Begrüßung: Gabriele Bösch (Vizepräs. KV)
Einführung: Augustin Jagg, Musik: Helin Gürsoy
Fr 16–18, Sa 15–18, So 10–12 u. 15–18

Lange Nacht der Museen: Sa., 3. Oktober 2026, 18 bis 24 Uhr