22. Oktober 2020 - 15:26 / Aktuell / Fotografie 

Der 1928 in Abbazia (heute Opatija, Kroatien) geborene italienische Mode- und Porträtfotograf Frank Horvat ist am Mittwoch im Alter von 92 Jahren im Kreise seiner Familie in seiner Wahlheimat Paris verstorben. Dies teilen seine Pariser Galerie Lelong und sein deutscher Verlag Hatje Cantz via Aussendung mit. Horvat habe die Modefotografie erneuert, in dem er die Models auf der Straße fotografiert habe. Er sei ein Grenzgänger der Genres gewesen, heisst es.

Bereits in den 1950er-Jahren ging er hinaus auf die Straße, postierte für die Jours de France ein Model mitten auf dem Gemüsemarkt (1959) oder experimentierte wenig später mit kühn angeschnittenen Motiven oder amüsanten Filmzitaten. Meist verzichtete Horvat dabei auf künstliches Licht und schoss viele seiner fantastischen Bilder mit einer 35 mm Leica sozusagen aus der Hüfte. Er arbeitete für Elle, Vogue, Harper’s Bazaar und andere große Magazine, mit berühmten Models und Prominenten und war einer ersten Profifotografen überhaupt, der Photoshop für seine Arbeit einsetzte. Respekt für die porträtierten Frauen und eine greifbare Zärtlichkeit zeichnen Horvats sinnlich-eleganten Bilder aus.

Weltberühmt ist sein Schwarzweiß-Foto, das den Eiffelturm hinter riesigen High Heels zeigt. Horvat hat keine Bilder von Krieg, Elend und Leiden gemacht, sondern stets nach der Schönheit gestrebt. Nicht aus Gleichgültigkeit gegenüber dem Unglück, wie er einst sagte, sondern weil er weder die moralische Rechtfertigung noch den physischen Mut spürte, sich solchen Situationen als Fotograf zu stellen.

"Er war für alle, die Fotografie lieben, eine große Inspiration. Unvergessen seine Arbeiten für Givenchy, die auch heute noch super modern wirken. Auch als Mensch war er charmant, witzig und ließ einen an seinen Gedanken und Träumen teilhaben", sagt Hatje Cantz Fotografie-Beraterin Nadine Barth.



Frank Horvat (zVg. v. Hatje Cantz)